WooCommerce Alternative 2026: Neun Systeme, nachgezählt statt abgeschrieben

WooCommerce Alternative 2026: Neun Systeme, nachgezählt statt abgeschrieben

Wer nach einer WooCommerce Alternative sucht, hat meistens schon einen Shop. Und der Grund für die Suche ist selten abstrakt. Es sind dreißig Plugins, von denen jedes einzeln funktioniert und alle zusammen nicht mehr. Es ist ein Update, nach dem der Checkout zwei Tage lang keine Rechnungen mehr verschickt hat. Es ist eine Seite, die mit Germanized, Caching-Plugin und Page Builder trotzdem langsamer ist als die der Konkurrenz. Oder es ist die einfache Frage, ob ein Shop, der inzwischen das Hauptgeschäft ist, wirklich noch als Plugin in einem Blogsystem wohnen sollte.

Die meisten Listen zum Thema helfen dabei nicht weiter. Sie zählen zehn Systeme auf, je ein Absatz, Vor- und Nachteile in Stichpunkten, und am Ende gewinnt das System mit dem besten Affiliate-Programm. Wir machen es anders. Für diesen Artikel haben wir am 24.10.2026 PrestaShop 9.2 frisch aufgesetzt und gemessen, Medusa 2.22 installiert und nachgezählt, was dabei auf die Platte kommt, und die Commits von neun Shopsystemen aus den letzten sechs Monaten ausgewertet. Dazu kommen die Messwerte aus unserem frischen WooCommerce-vs-Shopware-Test vom Vortag, auf demselben Server.

Und weil das zur Ehrlichkeit gehört: Am Ende dieses Artikels steht auch eine Liste von Situationen, in denen die beste WooCommerce Alternative WooCommerce ist.

Video: Eshop Guide, „Welches Shopsystem ist das Günstigste?“ (August 2024). Das Video ist älter als unsere sonstige Grenze von sechs Monaten. Wir binden es trotzdem ein, weil es die Gesamtkosten (Total Cost of Ownership) sauber durchrechnet, und genau diese Rechnung fehlt in den meisten Alternativen-Listen. Einzelne Preise darin sind veraltet.

Warum überhaupt eine WooCommerce Alternative?

Bevor wir Systeme vergleichen, lohnt eine unbequeme Frage: Liegt dein Problem an WooCommerce, oder an deinem WooCommerce-Setup? Das klingt nach Haarspalterei, entscheidet aber über Tausende Euro. Ein Umzug kostet Geld, Zeit und meistens ein paar Wochen Sichtbarkeit bei Google. Wenn das eigentliche Problem ein schlechter Hoster, ein überladener Page Builder oder ein Plugin aus dem Jahr 2019 ist, nimmst du es nicht mit. Du lässt es zurück und baust dir im neuen System ein neues.

Aus unserer Erfahrung mit WordPress-Projekten und Shopware-Betrieb gibt es fünf Gründe, die wirklich für einen Wechsel sprechen:

  1. Der Shop ist zum Hauptgeschäft geworden. WooCommerce ist am stärksten, wenn eine Website mit viel Inhalt nebenbei verkauft. Wenn der Blog nur noch Deko ist und du täglich mit Varianten, Lager, Kundengruppen und Staffelpreisen arbeitest, trägst du WordPress als Ballast mit.
  2. Die Plugin-Kette ist zu lang geworden. Rechtstexte, Versand, Zahlarten, B2B-Preise, Filter, Übersetzung, Caching, Sicherheit. Jedes Plugin hat einen eigenen Entwickler, einen eigenen Update-Rhythmus und eine eigene Vorstellung davon, wie WooCommerce funktioniert. Bei uns im Test brachte allein Germanized, das in Deutschland fast Pflicht ist, 60 bis 70 Millisekunden mehr Antwortzeit pro Produktseite.
  3. B2B oder mehrere Länder. Kundenspezifische Preise, Angebote, Freigaben, mehrere Sprachen und Währungen aus einem System. Das geht mit WooCommerce, aber über Plugins, die sich gegenseitig nicht kennen. Shopware und Sylius haben das im Kern.
  4. Du willst headless verkaufen. Eine App, ein Kiosk, ein eigenes Frontend in Next.js oder Astro. Die WooCommerce Store API kann das, aber sie wurde nachträglich auf ein Datenmodell gesetzt, das für Blogbeiträge gedacht war.
  5. Du willst dich gar nicht mehr um Server kümmern. Dann ist die Antwort keine andere Open-Source-Software, sondern ein gehostetes System. Das ist eine völlig legitime Entscheidung, nur eben eine andere.

Wenn keiner dieser Punkte zutrifft und dich vor allem Ladezeit oder Updates nerven, lies zuerst den Abschnitt „Wann du bei WooCommerce bleiben solltest“. Das ist billiger als jeder Umzug.

Die drei Wege weg von WooCommerce

Fast alle WooCommerce Alternativen lassen sich in drei Gruppen sortieren. Diese Einteilung ist wichtiger als jedes einzelne Feature, weil sie bestimmt, wer deinen Shop in drei Jahren noch betreuen kann.

Drei Wege von einem Startpunkt: ein gemieteter Glaspavillon in einer Wolke, ein selbst gebauter Turm und mehrere schwebende, durch Brücken verbundene Bausteine

WegBeispieleDu brauchstTypisch für
Gehostet (SaaS)Shopify, Shopware Cloud, Wix, EcwidKeinen Server, aber monatliche Gebühren und oft TransaktionskostenKleine bis mittlere Shops ohne eigene Technik
Klassisch selbst gehostetShopware, PrestaShop, OpenCart, Magento/Mage-OSEinen Server oder Hoster, PHP-Kenntnisse oder eine AgenturShops, die Kontrolle wollen und mit PHP leben
Headless / FrameworkMedusa, Sylius, Saleor, VendureEntwickler, die ein Frontend bauenShops mit eigenem Frontend, App oder sehr eigener Logik

Die erste Gruppe nimmt dir Arbeit ab und kostet dafür laufend. Die zweite fühlt sich am ehesten wie WooCommerce an, nur ohne WordPress drumherum. Die dritte ist kein fertiger Shop, sondern ein Baukasten. Wer „Medusa“ als WooCommerce Alternative empfohlen bekommt, ohne einen Entwickler im Team zu haben, bekommt keinen Shop, sondern ein Projekt. Was „headless“ genau bedeutet, haben wir in Was ist ein Headless CMS erklärt; für Shops gilt dasselbe Prinzip.

Die Kandidaten im Überblick

Hier sind die neun Systeme, die bei der Suche nach einer WooCommerce Alternative realistisch in Frage kommen, mit den Daten, die wir am 24.10.2026 direkt bei GitHub und in den Paketregistern abgefragt haben. Sterne sind dabei die schwächste Zahl in der Tabelle, wir kommen gleich darauf zurück.

SystemSpracheLizenzLetztes ReleaseGitHub-Sterne
WooCommerce (Referenz)PHPGPL-2.011.2.110.563
Shopware 6PHP (Symfony)MIT6.7.15.1 (07.10.2026)3.455
PrestaShopPHP (Symfony)OSL-3.09.2.0 (30.09.2026)9.233
SyliusPHP (Symfony)MIT2.3.2 (22.10.2026)8.561
MedusaTypeScriptMIT, Teile Enterprise2.22.1 (23.10.2026)36.898
SaleorPythonBSD-3-Clause3.23.44 (20.10.2026)23.470
VendureTypeScriptGPLv3 oder kommerziell3.8.1 (23.10.2026)8.537
BagistoPHP (Laravel)MIT2.5.0 (06.10.2026)28.271
OpenCartPHPGPLv34.1.0.4 (11.08.2026)8.220

Shopify fehlt in dieser Tabelle, weil es kein Open-Source-Projekt ist. Es gehört trotzdem in jeden ehrlichen Vergleich, und wir behandeln es weiter unten eigens. Magento bzw. Adobe Commerce lassen wir bewusst weg: Wer von WooCommerce kommt, weil ihm der Aufwand zu groß ist, landet mit Magento in der Regel beim größeren Aufwand. Warum, steht in unserem Artikel Magento Alternative.

Die Messung, die kein Feature-Vergleich zeigt: Wer pflegt das System?

Ein Shopsystem ist kein Produkt, das man einmal kauft. Es ist eine Abhängigkeit für fünf bis zehn Jahre. Die wichtigste Frage ist deshalb nicht, was es heute kann, sondern wie viele Menschen es morgen noch reparieren. Dafür sind GitHub-Sterne wertlos. Sterne messen, wie viele Leute irgendwann einmal auf einen Knopf gedrückt haben. Bagisto hat mehr Sterne als WooCommerce und Shopware zusammen. Das sagt etwas über Marketing, nicht über Wartung.

Wir haben deshalb für jedes Projekt die Commits der letzten sechs Monate gezogen (24.04. bis 24.10.2026, ohne Merge-Commits und ohne Bots wie Dependabot oder CI-Automatik) und gezählt, wie viele verschiedene Menschen beigetragen haben und welchen Anteil die aktivste Person hat.

Mehrere kleine Gärten nebeneinander, die von unterschiedlich vielen Gärtnern gepflegt werden, einer von einer großen Gruppe, einer von nur einer einzelnen Person

SystemCommits (6 Monate, ohne Bots)Verschiedene AutorenAnteil der aktivsten Person
WooCommerce3.0422128 %
Shopware2.13315214 %
PrestaShop1.3267124 %
Medusa1.01216355 %
Vendure7567824 %
Bagisto6703368 %
Sylius5003822 %
Saleor2031740 %
OpenCart1.678999 %

Drei Dinge fallen auf.

Erstens ist WooCommerce selbst das am breitesten gewartete System in dieser Liste. 212 Menschen in sechs Monaten, und niemand trägt mehr als acht Prozent. Wer WooCommerce verlässt, weil er sich um die Zukunft des Projekts sorgt, verlässt das falsche. Die Probleme von WooCommerce liegen nicht im Kern, sondern im Ökosystem drumherum.

Zweitens ist OpenCart ein Ein-Personen-Projekt. 1.667 von 1.678 Commits stammen von Daniel Kerr, dem Gründer. Das ist keine Kritik an seiner Arbeit, im Gegenteil. Aber es ist ein Busfaktor von eins. Wenn du einen Shop für die nächsten zehn Jahre planst, ist das ein Risiko, das in keiner Feature-Tabelle auftaucht.

Drittens täuscht die Medusa-Zahl ein wenig, in beide Richtungen. Die aktivste Person dort hat 55 Prozent der Commits, aber fast alles davon betrifft die Dokumentation (www/apps, über 18.000 geänderte Dateipfade), nicht den Shop-Kern. Ohne Dokumentation wäre die Verteilung deutlich breiter, 163 Autoren sind ein gesundes Zeichen. Bei Bagisto dagegen betreffen die 68 Prozent den Code selbst. Bagisto wird im Wesentlichen von einer Agentur (Webkul) getragen.

Wie man so etwas selbst nachzählt, damit du dich nicht auf uns verlassen musst:

git clone --filter=blob:none --no-checkout --shallow-since=2026-04-24 https://github.com/shopware/shopware
cd shopware
git log --since=2026-04-24 --no-merges --format='%an' \
  | grep -v -i -E 'bot\]|\[bot|github-actions|dependabot|renovate' \
  | sort | uniq -c | sort -rn | head

Der Klon ohne Dateiinhalte (--filter=blob:none --no-checkout) lädt nur die Historie und ist auch bei großen Projekten in Sekunden durch.

Shopware: die naheliegendste WooCommerce Alternative in Deutschland

Für deutsche Shops, die WooCommerce entwachsen sind, ist Shopware fast immer der erste Kandidat. Es ist ebenfalls PHP und MySQL, es läuft bei denselben Hostern, und es bringt im Kern mit, wofür du bei WooCommerce Plugins brauchst: Preisangaben mit „inkl. MwSt. zzgl. Versandkosten“, Kundengruppen, Regeln, mehrere Verkaufskanäle, Sprachen und Währungen. Seit 2026 gehört auch der neue Widerrufsbutton nach §356a BGB zum Kern.

Die Zahlen aus unserem Test vom 23.10.2026 zeigen aber auch den Preis dafür: 228 Datenbanktabellen statt 48, 552 MB Code statt 117 MB, und unter Last rund 855 MB Arbeitsspeicher gegenüber gut 490 MB bei WooCommerce. Ohne HTTP-Cache war Shopware im Produktionsmodus mit 68 ms Antwortzeit schneller als WooCommerce (115 ms, mit Germanized 183 ms), mit Cache waren es 11 ms. Im Entwicklermodus, in dem viele Testinstallationen versehentlich laufen, waren es 180 ms. Wer Shopware testet, ohne das zu wissen, hält es für langsam.

Wichtig für die Kosten: Shopware selbst ist kostenlos, aber der deutsche Markt arbeitet stark mit gemieteten Plugins im Shopware Store, und Agenturstunden für Symfony-Entwickler sind teurer als für WordPress. Was das konkret bedeutet, steht in Was kostet Shopware 6. Eine Installation Schritt für Schritt findest du in unserer Shopware-Installationsanleitung.

Passt zu dir, wenn: der Shop das Hauptgeschäft ist, du in Deutschland, Österreich oder der Schweiz verkaufst, Varianten und Kundengruppen eine Rolle spielen und du eine Agentur hast oder suchst.

Passt nicht, wenn: dein Budget für Entwicklung bei null liegt oder dein wichtigster Kanal ein Blog ist. Shopware hat im Kern keinen Blog.

PrestaShop 9.2: frisch installiert und nachgemessen

PrestaShop ist in Frankreich, Spanien, Italien und Polen das, was Shopware in Deutschland ist. Hierzulande wird es oft übersehen. Weil wir es nicht aus dem Gedächtnis bewerten wollten, haben wir am 24.10.2026 das offizielle Docker-Image prestashop/prestashop:latest aufgesetzt, das PrestaShop 9.2.0 mit PHP 8.5.12 und Apache enthält, dazu MariaDB 11. Shop-Sprache Deutsch, Land Deutschland, die mitgelieferten Demo-Daten. Der Container lief nur lokal und wurde danach gelöscht.

Die Installation: zwei Fehlversuche

Die automatische Installation über PS_INSTALL_AUTO=1 hat bei uns zweimal nicht funktioniert, und beide Fehler sind lehrreich.

Im ersten Versuch haben wir einen eigenen Namen für den Admin-Ordner gesetzt, wie es jede Sicherheitsanleitung empfiehlt. Der Installer brach am Ende ab: The target directory "/var/www/html/admin-dev" does not exist. Das Asset-Kommando im Installer erwartet den Ordner noch unter seinem alten Namen, nachdem das Skript ihn bereits umbenannt hat. Im zweiten Versuch ohne eigenen Namen versuchte der Installer, den Ordner selbst auf einen Zufallsnamen umzubenennen, und scheiterte mit The admin folder could not be renamed. Erst im dritten Versuch mit PS_FOLDER_ADMIN=admin-dev, also dem Namen, den das Image intern erwartet, lief die Installation in rund 40 Sekunden durch. Danach beendete sich der Container, weil das Skript nach erfolgreicher Installation einen nicht vorhandenen Ordner löschen wollte. Ein docker start später lief der Shop.

Das ist kein Grund gegen PrestaShop. Aber es zeigt etwas, das man in Feature-Vergleichen nie liest: Bei WooCommerce war dieselbe Aufgabe per WP-CLI in 5,7 Sekunden erledigt, ohne Fehler. Wer selbst hostet, verbringt seine Zeit genau mit solchen Kanten.

Was nach der Installation da ist

Messgröße (PrestaShop 9.2.0, 24.10.2026)Wert
Datenbanktabellen319
Datenbankgröße mit Demo-Daten11,8 MB
Spalten in der Produkttabelle56
Module mitgeliefert / davon aktiv80 / 77
Hooks im System / Modul-Hook-Verknüpfungen1.251 / 380
Codebasis auf der Platte628 MB
PHP-Dateien34.013
davon in modules/17.742 (226 MB)
Composer-Pakete228
Arbeitsspeicher im Leerlauf (Web / Datenbank)144 MB / 261 MB

Auffällig ist, wie viel davon in den Modulen steckt. Mehr als die Hälfte der PHP-Dateien gehört nicht zum Kern, sondern zu den 80 mitgelieferten Modulen. Und 77 davon sind ab Werk aktiv, darunter ps_checkout, ps_accounts, ps_eventbus, ps_mbo (der Marktplatz für Module), psxmarketingwithgoogle und ps_googleanalytics. Wer PrestaShop installiert, bekommt also ein ganzes Ökosystem von Verbindungen zu PrestaShop-Diensten vorinstalliert. Wir haben den ausgehenden Datenverkehr dieser Module nicht gemessen, würden aber vor dem Livegang jedes davon prüfen und alles abschalten, was du nicht brauchst. Das gilt besonders für den Datenschutz.

Antwortzeiten

Gemessen haben wir mit neun Abrufen pro Seite und einem Zufallsparameter, damit kein Cache greift. Die Produktseite des Demo-T-Shirts kam im Median nach 81 bis 100 ms, die Kategorieseite nach 91 ms, die Startseite nach 133 ms. Unter Last mit 16 gleichzeitigen Verbindungen über 15 Sekunden schaffte PrestaShop auf der Produktseite im Mittel 121 Anfragen pro Sekunde. WooCommerce kam am Vortag auf demselben Server unter denselben Bedingungen auf rund 99, Shopware ohne HTTP-Cache auf rund 95.

Bitte lies diese Zahlen nicht als Rangliste. Die Shops hatten unterschiedliche Produktzahlen und Themes, und PrestaShop lief auf PHP 8.5, WooCommerce auf 8.3. Was die Zahlen zeigen: PrestaShop ist ab Werk nicht langsamer als die Alternativen. Was sie nicht zeigen: wie es sich mit 5.000 Produkten und zwanzig Modulen verhält.

Die Stelle, die deutsche Shops kennen müssen

Auf der Produktseite stand unter dem Preis „19,12 €“ das Wort „Bruttopreis“. Einen Hinweis auf Versandkosten gab es dort nicht, eine Lieferzeit auch nicht, das Wort „Widerruf“ tauchte nur in einem Satz zur Einwilligung beim Newsletter auf. Das ist für den französischen Markt kein Problem. Für einen deutschen Shop fehlt damit genau das, was Abmahnanwälte als Erstes prüfen. Mit Modulen von Drittanbietern lässt sich das lösen, es gibt für PrestaShop fertige Pakete für den deutschen Rechtsrahmen. Aber du bist damit in derselben Lage wie mit WooCommerce und Germanized: Die Rechtssicherheit kommt aus einem Plugin, nicht aus dem Kern.

Passt zu dir, wenn: du in Südeuropa oder mehrsprachig in der EU verkaufst, ein klassisches PHP-System ohne WordPress willst und mit einem Modul-Marktplatz gut leben kannst.

Passt nicht, wenn: du einen rein deutschen Shop willst, der ab Werk rechtssicher ist. Dafür ist Shopware näher dran.

Medusa: TypeScript statt PHP, aber mit Kleingedrucktem

Medusa ist der Kandidat, den Entwickler am häufigsten nennen. Es ist ein Commerce-Framework in TypeScript und Node.js, mit eigener Admin-Oberfläche und ohne festes Frontend. Du baust deinen Shop mit Next.js oder einem anderen Framework darauf. Für Teams, die ohnehin in JavaScript arbeiten, ist das sehr attraktiv.

Wir haben am 24.10.2026 die aktuelle Version 2.22.1 mit den Kernpaketen @medusajs/medusa, @medusajs/framework und @medusajs/cli in ein leeres Projekt installiert, ohne Storefront und ohne Datenbank. Ergebnis: 1.049 npm-Pakete, 676 MB in node_modules, 47 Sekunden Installationszeit. Zum Vergleich: Die gesamte PrestaShop-Installation mit allen 80 Modulen war 628 MB groß. Dazu kommen bei Medusa noch PostgreSQL, für den Produktivbetrieb Redis und ein eigenes Frontend.

Ein einzelner Shop-Baustein auf einer riesigen, verschachtelten Pyramide aus Hunderten kleiner Würfel, daneben ein Baustein auf einem kleinen, ordentlichen Stapel

1.049 Pakete heißt nicht, dass Medusa schlecht ist. Es ist im JavaScript-Ökosystem normal. Es heißt aber, dass du 1.049 fremde Projekte in deine Lieferkette holst, von denen jedes ein Sicherheitsproblem mitbringen kann. Bei WooCommerce ist die Lieferkette dein Plugin-Ordner. Bei Medusa ist es package-lock.json. Beides musst du pflegen.

Die Lizenz hat sich 2026 verändert

Das ist der Punkt, den fast alle Alternativen-Listen noch nicht kennen. Am 11.08.2026 hat Medusa mit dem Commit „chore: update license (#16110)“ eine Datei ENTERPRISE-LICENSE.md ins Repository gelegt. Seitdem gilt: Das Repository steht unter MIT, außer den dort aufgelisteten Pfaden. Diese sind „proprietary software“ und dürfen nur mit einem kommerziellen Vertrag genutzt werden. Betroffen sind nach der Datei RBAC (rollenbasierte Rechte) und SSO (Single Sign-on). In der package.json von @medusajs/medusa steht als Lizenz nicht mehr „MIT“, sondern „SEE LICENSE IN LICENSE“.

Für einen kleinen Shop ändert das wenig: Wer mit einem Admin-Konto arbeitet, braucht weder fein abgestufte Rollen noch Firmen-Login. Für ein Unternehmen mit mehreren Mitarbeitern im Backend ist es aber genau das Feature, das man irgendwann haben will. Ältere Versionen bleiben laut der Datei unter MIT. Wer Medusa nur deshalb wählt, weil „alles Open Source“ ist, sollte diese Datei vorher lesen.

Video: Uplatz, „Medusa.js: Open Source Shopify Alternative“ (August 2026, englisch). Ein Überblick über Aufbau und Einsatzzweck von Medusa. Die Lizenzänderung vom August ist darin nicht Thema.

Passt zu dir, wenn: du ein JavaScript-Team hast, ein eigenes Frontend willst und Logik brauchst, die kein Standardshop abbildet, etwa Abos, Marktplätze oder Buchungen.

Passt nicht, wenn: du einen Shop willst, den eine Person ohne Programmierkenntnisse am Wochenende pflegen kann.

Sylius, Saleor, Vendure: Frameworks für Entwickler

Diese drei teilen sich die Idee mit Medusa: Sie sind Baukästen für individuelle Shops, keine fertigen Shops.

Sylius ist das Symfony-Gegenstück. Es ist schlanker als Shopware, sauber getestet und bei Agenturen beliebt, die sehr eigene B2B-Abläufe bauen. 38 Autoren und 500 Commits in sechs Monaten sind weniger als bei Shopware, aber stabil verteilt. Wer PHP-Entwickler hat und Shopware zu meinungsstark findet, sollte Sylius ansehen.

Saleor ist in Python geschrieben und bietet ausschließlich eine GraphQL-API. Es hat 23.000 Sterne, aber in sechs Monaten nur 17 Autoren und 203 Commits, 40 Prozent davon von einer Person. Das ist die größte Lücke zwischen Popularität und Wartungsbreite in unserer Liste. Saleor ist technisch elegant, aber wir würden vorher prüfen, wie viel davon in die gehostete Saleor Cloud fließt und wie viel ins Open-Source-Projekt. Wer GraphQL noch nicht kennt, findet in REST vs GraphQL eine Einordnung.

Vendure ist TypeScript wie Medusa, setzt aber auf NestJS und GraphQL. Die Lizenz ist zweigleisig: GPLv3 als Community Edition oder kommerziell. Die GPL bedeutet, dass Änderungen am Vendure-Code selbst offengelegt werden müssen, wenn du ihn weitergibst. Für den Betrieb eines eigenen Shops ist das meist kein Problem, für Agenturen, die ein Produkt darauf bauen, schon.

Bagisto und OpenCart: einfach, aber mit Risiko

Bagisto basiert auf Laravel und hat ein modernes, aufgeräumtes Backend. Für Laravel-Entwickler ist der Einstieg leicht. Allerdings stammen 68 Prozent der Commits von einer einzigen Person bei Webkul, der Firma hinter dem Projekt, und die Sterne-Zahl von über 28.000 ist für ein Projekt dieser Größe ungewöhnlich hoch. Wir würden Bagisto als Agentur-Produkt betrachten, nicht als Community-Projekt.

OpenCart ist das älteste System in der Liste und wird oft als „leichter als WooCommerce“ empfohlen. Das stimmt, was den Ressourcenbedarf angeht. Aber wie oben gezeigt: 99 Prozent der Arbeit leistet eine Person. Das letzte Release ist vom August 2026, zwischen den Versionen liegen oft Monate. Für einen kleinen Shop, den du in zwei Jahren ohnehin neu aufsetzt, kann das reichen. Für ein langfristiges Geschäft ist es uns zu dünn.

Shopify: die ehrliche Antwort, wenn du keinen Server willst

Viele Menschen, die eine WooCommerce Alternative suchen, wollen eigentlich nur eines nicht mehr: sich um WordPress-Updates, Sicherheitslücken und Hosting kümmern. Für sie ist keine der Open-Source-Alternativen die richtige, denn dort bleibt die Arbeit dieselbe, nur in einem anderen System. Die richtige Antwort ist dann ein gehostetes System, und das bekannteste ist Shopify.

Shopify nimmt dir Hosting, Updates, Sicherheit und Skalierung ab. Dafür zahlst du eine monatliche Gebühr und Transaktionskosten. Mit Shopify Payments liegen die Kartensätze je nach Tarif zwischen 2,1 % + 0,30 € und 1,6 % + 0,30 €. Wer externe Zahlungsanbieter nutzt, zahlt zusätzlich eine Gebühr an Shopify. Bei kleinen Bestellwerten und hohem Volumen läppert sich das. Wie sich das gegen einen selbst gehosteten Shop rechnet, haben wir in Shopify vs Shopware mit echten Zahlen durchgespielt.

Innerhalb von WordPress gibt es übrigens auch Alternativen, die keinen Systemwechsel erfordern. Laut WordPress.org lief WooCommerce am 24.10.2026 auf über 7 Millionen Websites. SureCart kam auf über 80.000, Easy Digital Downloads auf über 40.000 und Ecwid auf über 20.000. SureCart und Ecwid lagern Checkout und Bestellverwaltung an einen externen Dienst aus, EDD ist auf digitale Produkte spezialisiert. Für einen Shop mit wenigen Produkten auf einer Content-Website können diese leichter sein als WooCommerce, für einen echten Versandhandel in Deutschland reichen sie selten.

Welche WooCommerce Alternative passt zu dir?

Statt einer Rangliste hier eine Entscheidungshilfe. Sie geht von deiner Situation aus, nicht von den Systemen.

Deine SituationUnsere EmpfehlungWarum
Kleiner Shop, keine Technik, keine Lust auf ServerShopify oder Shopware CloudDu kaufst Betrieb ein statt Software
Deutscher Händler, Shop ist Hauptgeschäft, Agentur vorhandenShopware 6Rechtssicherheit, Varianten, Kundengruppen im Kern
Mehrsprachig in Südeuropa, PHP-TeamPrestaShopStarker Markt, viele Module, schnell ab Werk
Sehr eigene B2B-Abläufe, Symfony-EntwicklerSyliusSchlankes Framework, sauber erweiterbar
JavaScript-Team, eigenes Frontend, eigene LogikMedusa oder VendureTypeScript durchgehend, Lizenz vorher prüfen
Content-Website mit ein paar ProduktenBei WordPress bleiben (WooCommerce, SureCart oder EDD)Ein Umzug löst hier kein Problem
Langfristiges Geschäft, kleines BudgetNicht OpenCart, nicht BagistoBusfaktor zu klein

Wenn du dich zwischen Shopware und WooCommerce selbst entscheiden willst, ist unser Artikel WooCommerce vs Shopware der ausführlichere Vergleich. Einen breiteren Überblick über alle Shopsysteme, auch die gehosteten, gibt es in Bestes Shopsystem.

Der Umzug: was wirklich mitkommt und was nicht

Der teuerste Teil eines Wechsels ist fast nie die neue Software. Es ist der Umzug. Und dabei geht systematisch immer dasselbe verloren.

Eine Person schiebt einen Wagen mit Kisten über eine Brücke von einem kleinen zu einem größeren Haus, einige Kisten fallen dabei ins Wasser

Was meist problemlos mitkommt: Produkte mit Titel, Beschreibung, Preis, Artikelnummer und Bildern. Kategorien. Kunden mit Adressen. Für fast alle Systeme gibt es Import-Werkzeuge oder Dienste, die diese Daten übertragen.

Was oft verloren geht:

  • Passwörter der Kunden. WordPress speichert Passwörter mit seinem eigenen Hash-Verfahren. Die meisten anderen Systeme können diese Hashes nicht prüfen. Deine Kunden müssen dann ihr Passwort neu setzen, und ein Teil von ihnen tut das nie. Wir haben das für Shopware am 24.10.2026 im Quellcode nachgesehen: Der Kern bringt für alte Passwörter genau zwei Prüfverfahren mit, Md5 und Sha256 (Ordner src/Core/Checkout/Customer/Password/LegacyEncoder/). Das Verfahren von WordPress (phpass, seit WordPress 6.8 bcrypt mit $wp-Präfix) ist nicht dabei. Ohne ein eigenes kleines Plugin, das diese Hashes beim ersten Login prüft und umwandelt, setzen alle Kunden ihr Passwort neu. Frag bei jedem System und jedem Migrationsdienst vorher genau danach.
  • URLs. WooCommerce legt Produkte standardmäßig unter /produkt/name/ ab, PrestaShop unter /123-name.html, Shopware unter /Name/Artikelnummer. Ohne 301-Weiterleitungen für jede einzelne alte URL verlierst du die Rankings, die du dir über Jahre aufgebaut hast. Das ist der häufigste und teuerste Fehler.
  • Bestellhistorie im Detail. Alte Bestellungen lassen sich übertragen, aber Statusverläufe, Notizen, Rückerstattungen und Daten aus Plugins oft nicht vollständig. Rechnungen musst du ohnehin nach den gesetzlichen Fristen aufbewahren, am sichersten im alten System oder als Export.
  • Plugin-Daten. Bewertungen, Wunschlisten, Gutscheine, Kundengruppen aus Plugins, individuelle Felder. Alles, was nicht im Kern von WooCommerce steckt, braucht einen eigenen Weg.

Ein Hinweis aus unserem Vortagstest, der beim Export wichtig ist: Eine frische WooCommerce-Installation per WP-CLI hatte die neuen Bestelltabellen (HPOS) nicht aktiviert, Bestellungen lagen noch als WordPress-Beiträge vor. Viele ältere Shops sind in genau diesem Zustand. Prüfe vor dem Export, wo deine Bestellungen tatsächlich liegen, sonst liest das Migrationswerkzeug die falschen Tabellen.

Unser Ablauf für einen Umzug, der sich in der Praxis bewährt hat:

  1. Alle alten URLs aus der Sitemap und den Server-Logs der letzten zwölf Monate exportieren, nicht nur aus der Datenbank. Wie du an die Sitemap kommst, steht in Sitemap erstellen.
  2. Den neuen Shop auf einer Test-Domain komplett aufbauen und mit einer Kopie der echten Daten befüllen.
  3. Für jede alte URL eine Weiterleitung definieren und automatisiert prüfen, dass jede einzelne mit 301 auf eine Seite mit Status 200 zeigt.
  4. Testbestellungen mit jeder Zahlart, jedem Versandland und jedem Gutscheintyp.
  5. Umzug an einem ruhigen Tag, alter Shop bleibt eingefroren und erreichbar für die Verwaltung.
  6. Zwei Wochen lang täglich die Server-Logs auf 404-Fehler prüfen und Weiterleitungen nachziehen.

Wann du bei WooCommerce bleiben solltest

Jetzt der Teil, den man in Alternativen-Listen nie liest. Es gibt gute Gründe, WooCommerce zu behalten, und die meisten Probleme lassen sich ohne Umzug lösen.

Wenn dein Problem die Ladezeit ist: Prüfe zuerst den Hoster und das Theme. Ein günstiger Shared-Hoster und ein Page Builder sind fast immer langsamer als WooCommerce selbst. In unserem Test kam WooCommerce mit Standard-Theme auf 115 ms Antwortzeit. Wenn dein Shop bei über einer Sekunde liegt, liegt das nicht an WooCommerce. Ein eigener kleiner Server ist oft der größte Hebel; wie viel Leistung ein Shop dafür braucht, steht in Wie viel RAM braucht ein Server.

Wenn dein Problem die Plugin-Menge ist: Liste alle Plugins auf und frag bei jedem: Was würde passieren, wenn es morgen weg wäre? In fast jedem Shop, den wir uns angesehen haben, waren ein Drittel der Plugins überflüssig, doppelt oder durch eine Kernfunktion inzwischen ersetzt.

Wenn dein Problem die Sicherheit ist: Ein anderes System ist nicht automatisch sicherer. Es ist nur seltener Ziel von Massen-Scans. In unserem Vergleich hatte Shopware in zwölf Monaten 32 veröffentlichte Sicherheitsmeldungen bei GitHub, WooCommerce 0, was vor allem zeigt, dass WooCommerce seine Lücken über einen anderen Kanal meldet. Automatische Updates, wenige Plugins, eine Firewall und ein gutes Backup schützen in jedem System mehr als ein Systemwechsel. Für die Grundlagen siehe 3-2-1-Backup-Strategie.

Wenn deine Website vor allem von Inhalten lebt: Dann ist WordPress dein Vorteil, nicht dein Problem. Kein Shopsystem hat einen so guten Editor, so viele SEO-Werkzeuge und so viele Menschen, die damit umgehen können.

Wenn du kein Budget für einen Umzug hast: Ein sauberer Wechsel kostet bei einem mittleren Shop schnell einen fünfstelligen Betrag, wenn eine Agentur ihn macht. Ein halbherziger Wechsel kostet mehr, nur später, in verlorenen Rankings und verlorenen Kunden.

Was wir nicht gemessen haben

Zur Einordnung, damit du weißt, wo unsere Zahlen enden:

  • Wir haben PrestaShop mit Demo-Daten gemessen, nicht mit tausenden Produkten. Bei großen Katalogen ändern sich die Verhältnisse.
  • Medusa haben wir installiert und nachgezählt, aber nicht mit Datenbank und Frontend betrieben. Antwortzeiten für Medusa nennen wir deshalb bewusst nicht.
  • Sylius, Saleor, Vendure, Bagisto und OpenCart haben wir nur über ihre Repositories und Releases ausgewertet, nicht installiert.
  • Den ausgehenden Datenverkehr der vorinstallierten PrestaShop-Module haben wir nicht mitgeschnitten.
  • Die Commit-Zählung misst Aktivität, nicht Qualität. Ein Projekt mit wenigen, sehr guten Beiträgen kann gesünder sein als eines mit vielen kleinen.

Häufige Fragen zur WooCommerce Alternative

Was ist die beste WooCommerce Alternative?

Es gibt keine allgemein beste. Für deutsche Händler, deren Shop das Hauptgeschäft ist, ist Shopware die naheliegendste WooCommerce Alternative. Wer keinen Server betreuen will, ist mit Shopify besser bedient. Entwicklerteams mit eigenem Frontend schauen sich Medusa, Vendure oder Sylius an. Und für Content-Websites mit ein paar Produkten ist WooCommerce oft weiterhin die beste Wahl.

Gibt es eine kostenlose WooCommerce Alternative?

Ja, mehrere. Shopware (MIT), PrestaShop (OSL-3.0), Sylius (MIT), Saleor (BSD), Bagisto (MIT) und OpenCart (GPLv3) kosten keine Lizenzgebühr. Medusa ist größtenteils MIT, seit August 2026 aber mit kostenpflichtigen Enterprise-Teilen für Rollenrechte und Single Sign-on. Kostenlos ist bei allen nur die Software. Hosting, Entwicklung, Module und Pflege kosten Geld.

Ist Shopify besser als WooCommerce?

Shopify ist bequemer, WooCommerce ist flexibler und auf lange Sicht oft günstiger. Shopify nimmt dir den technischen Betrieb ab und verlangt dafür monatliche Gebühren und Transaktionskosten. WooCommerce kostet keine Lizenz, aber du kümmerst dich selbst um Hosting, Updates und Sicherheit. Wer keine Technik im Haus hat, fährt mit Shopify meist entspannter.

Ist PrestaShop besser als WooCommerce?

PrestaShop ist ein eigenständiges Shopsystem ohne WordPress darunter. Ab Werk war es in unserem Test nicht langsamer als WooCommerce und bringt viele Shopfunktionen mit. Für deutsche Shops fehlen aber ab Werk Angaben wie „zzgl. Versandkosten“ und Lieferzeit, die du über Module nachrüsten musst. Für Shops in Südeuropa ist PrestaShop eine sehr gute Wahl, für rein deutsche Shops ist Shopware meist näher dran.

Was ist besser als WooCommerce für große Shops?

Für große Shops mit vielen Varianten, Kundengruppen, B2B-Preisen oder mehreren Ländern sind Shopware und Sylius stärker, weil sie das im Kern abbilden. Für sehr große, individuelle Projekte kommen Headless-Frameworks wie Medusa oder Vendure in Frage. Magento ist möglich, aber teuer im Betrieb.

Kann ich von WooCommerce zu Shopware wechseln?

Ja, aber nicht mit dem offiziellen Werkzeug. Der Migrationsassistent von Shopware (SwagMigrationAssistant) enthielt am 24.10.2026 nur Profile für Shopware 5 und 6, kein WooCommerce-Profil. Für WooCommerce brauchst du einen Migrationsdienst eines Drittanbieters, einen CSV- oder API-Import oder ein eigenes Skript. Kundenpasswörter aus WordPress kann Shopware ab Werk nicht prüfen. Die Weiterleitungen für alte URLs musst du selbst planen, und Daten aus WooCommerce-Plugins kommen meist nicht automatisch mit.

Verliere ich bei einem Wechsel meine Google-Rankings?

Nur wenn du die alten URLs nicht sauber weiterleitest. Jede alte Produkt- und Kategorie-URL braucht eine 301-Weiterleitung auf die passende neue Seite. Rechne auch mit sauberer Umsetzung mit einigen Wochen Schwankung, bis Google alles neu verarbeitet hat.

Welche WooCommerce Alternative ist am einfachsten?

Am einfachsten sind gehostete Systeme wie Shopify, Wix oder Shopware Cloud, weil du dich um keinen Server kümmerst. Unter den selbst gehosteten Systemen ist Shopware für deutsche Händler am einfachsten, weil Rechtssicherheit und Grundfunktionen im Kern stecken. Headless-Frameworks wie Medusa sind am aufwendigsten.

Ist Medusa wirklich Open Source?

Größtenteils. Der Großteil des Codes steht unter MIT. Seit dem 11.08.2026 gibt es im Repository aber eine ENTERPRISE-LICENSE.md, nach der RBAC (Rollenrechte) und SSO proprietär sind und nur mit kommerziellem Vertrag genutzt werden dürfen. Ältere Versionen bleiben unter MIT.

Ist ein anderes Shopsystem sicherer als WooCommerce?

Nicht automatisch. WooCommerce ist ein beliebtes Ziel, weil es so verbreitet ist, und die meisten Lücken stecken in Plugins von Drittanbietern. Andere Systeme haben ebenfalls regelmäßig Sicherheitsupdates. Entscheidend sind schnelle Updates, wenige Erweiterungen, starke Zugangsdaten und gute Backups, egal welches System du nutzt.

Brauche ich für eine WooCommerce Alternative einen eigenen Server?

Für Shopware, PrestaShop, Sylius und Co. brauchst du einen Hoster, der PHP und MySQL anbietet, oder einen eigenen Server. Medusa und Vendure brauchen Node.js und PostgreSQL. Shopify und Shopware Cloud laufen ohne eigenen Server. Wie du einen eigenen Server sicher aufsetzt, zeigt unsere Anleitung Linux-Server einrichten.

Fazit: Die beste WooCommerce Alternative ist eine Frage der Rolle

Die Suche nach einer WooCommerce Alternative ist meistens eine Suche nach einer anderen Rolle für den eigenen Shop. Solange er ein Anbau an einer Website ist, ist WooCommerce schwer zu schlagen: das am breitesten gewartete System in unserer Liste, mit 212 Beitragenden in sechs Monaten, und mit Abstand das größte Ökosystem. Wenn der Shop zum Hauptgeschäft wird, ist für deutsche Händler Shopware der logische nächste Schritt. PrestaShop ist eine ernsthafte Option für mehrsprachige Shops in Europa, verlangt bei der Installation und beim Rechtsrahmen aber eigene Arbeit. Medusa, Vendure und Sylius sind hervorragend, wenn du Entwickler hast, und bei Medusa lohnt seit August ein Blick in die Lizenz. Und wer nur keine Server mehr will, sollte nicht ein anderes Open-Source-System suchen, sondern ehrlich über Shopify nachdenken.

Egal, wofür du dich entscheidest: Plane den Umzug länger als die Auswahl. Die Software ist in einem Tag installiert. Die Weiterleitungen, Passwörter und Plugin-Daten entscheiden darüber, ob der Wechsel sich gelohnt hat.