Nextcloud Kosten 2026: Die echte Rechnung — selbst gemessen statt geschätzt

Nextcloud Kosten 2026: Die echte Rechnung — selbst gemessen statt geschätzt

Nextcloud Kosten werden fast immer falsch berechnet — und zwar nicht, weil jemand schummelt, sondern weil die naheliegende Rechnung eine Position vergisst, die man nicht sieht: Nextcloud legt auf der Platte deutlich mehr ab, als die Nutzer hochladen.

Wie viel mehr, dazu findet man Vermutungen. Also haben wir gemessen. Am 16. August 2026 haben wir eine echte Nextcloud-Instanz (Version 34.0.3) aufgesetzt, 120 Fotos hochgeladen, sie wie normale Nutzer im Browser durchgeblättert — und danach gezählt, was tatsächlich auf der Platte lag.

Das Ergebnis vorweg, weil es die ganze Kostenrechnung verschiebt:

Das bloße Ansehen von 60 Fotos hat den belegten Speicher um 72,9 % erhöht. Nicht das Hochladen — das Ansehen. Und eine einzige Konfigurationszeile drückt diesen Aufschlag auf 10,6 %, eine Ersparnis von 85,4 % bei den Vorschaudateien.

Diese Zahl steht in keiner Preisliste, in keinem Angebot und in keinem der üblichen Vergleichsartikel. Sie entscheidet aber darüber, ob Sie 1,1 TB oder 1,8 TB Speicher kaufen müssen, um 1 TB Nutzdaten abzulegen.

Dieser Artikel rechnet die Nextcloud Kosten in drei Betriebsmodellen durch: selbst gehostet, Managed-Anbieter und Nextcloud Enterprise. Alle Preise sind am 16.08.2026 live abgerufen, alle Speicherzahlen selbst gemessen. Wo wir uns beim Messen selbst korrigieren mussten, steht das im Text — das gehört zur Methode.

Nextcloud Kosten: Warum „kostenlos” die falsche Ausgangsfrage ist

Die Nextcloud-Software ist quelloffen und lizenzkostenfrei. Das ist wahr und es ist gleichzeitig die unwichtigste Zahl in jeder Kostenrechnung, denn sie ist die einzige Position, die sicher null ist. Alle anderen sind es nicht.

Eine Nextcloud-Installation besteht aus vier Kostenblöcken:

BlockFällt an beiSichtbar im Angebot?
Lizenznur Enterpriseja
InfrastrukturServer, Speicher, Backup, IPja
Speicher-OverheadVorschauen, Versionen, Papierkorbnein
ArbeitszeitUpdates, Störungen, Wiederherstellungnein

Die beiden unteren Blöcke tauchen in keinem Vergleich auf, den man googeln kann — und sie sind bei kleinen Installationen zusammen regelmäßig größer als die beiden oberen. Genau deshalb misst dieser Artikel sie, statt sie zu schätzen.

Drei Wege zur selben Cloud: Self-Hosting, Managed Hosting und Enterprise-Subskription im Vergleich

Der Speicher-Overhead: gemessen, nicht geschätzt

Der Aufbau

Wir haben Nextcloud 34.0.3 in Docker aufgesetzt (MariaDB 11.4, Redis, PHP über das offizielle Image), alle Einstellungen auf Standard gelassen und 120 Fotos in typischer Smartphone-Auflösung (4032 × 3024 Pixel, im Schnitt 4,82 MiB pro Bild) per WebDAV hochgeladen. Insgesamt 578,4 MiB Nutzdaten.

Der erste Messpunkt war eine Überraschung — im positiven Sinne:

Nach dem Hochladen aller 120 Dateien lag der Overhead bei exakt 0,00 %. Das Datenverzeichnis war um genau die 606.527.570 Byte gewachsen, die wir hochgeladen hatten. Auf das Byte.

Das ist eine wichtige Entwarnung: Nextcloud erzeugt beim Upload keine Vorschaubilder. Wer nur Daten ablegt und nie hineinsieht, hat tatsächlich keinen Aufschlag. Genau deshalb messen Tests, die nur hochladen und dann nachsehen, immer „alles gut” — und liegen trotzdem falsch.

Was beim Ansehen passiert

Also haben wir 60 der Fotos angesehen, so wie es ein Nutzer täte: die Dateiliste mit Vorschaubildern (256 px) und dann die größere Ansicht (1024 px). Danach lag im Verzeichnis appdata_*/preview:

VorschautypAnzahlGröße gesamt
256-256-crop.jpg (Dateiliste)600,59 MiB
1024-1024-crop.jpg (Vorschau)606,79 MiB
4032-3024-max.jpg60203,4 MiB
Summe180210,8 MiB
Gemessen am 16.08.2026, Nextcloud 34.0.3, Standardkonfiguration. 60 Originaldateien = 289,2 MiB. Vorschauverzeichnis per du -sb vor und nach dem Abruf verglichen, Dateitypen per find -printf gezählt.

Die dritte Zeile ist der ganze Punkt. 96,5 % des Vorschau-Speichers gehen für eine einzige Datei pro Bild drauf: eine neu berechnete Kopie in voller Auflösung. 4032 × 3024 Pixel — dieselben Maße wie das Original.

Konkret für ein Beispielbild: Original 5.059.065 Byte, max-Vorschau 3.554.036 Byte. Nextcloud legt also neben jedes Foto eine zweite, nur wenig kleinere Version.

Overhead in Zahlen:

PositionWert
60 Originale289,2 MiB
Vorschauen gesamt210,8 MiB
Aufschlag72,9 %
Aufschlag ohne die max-Kopie2,55 %
Gesamtfaktor1,73×

Warum das passiert — im Quelltext nachgesehen

Das ist kein Fehler und kein Sonderfall, sondern dokumentiertes Standardverhalten. In lib/private/Preview/Generator.php steht die Ursache in zwei Zeilen:

$maxWidth  = $this->config->getSystemValueInt('preview_max_x', 4096);
$maxHeight = $this->config->getSystemValueInt('preview_max_y', 4096);

Nextcloud erzeugt beim ersten Anfordern einer Vorschau zunächst eine Maximalvorschau und leitet alle kleineren Größen daraus ab. Die Obergrenze dieser Maximalvorschau liegt standardmäßig bei 4096 × 4096 Pixeln. Ein 12-Megapixel-Foto (4032 × 3024) liegt darunter — also wird es in praktisch voller Auflösung zwischengespeichert.

Auf unserer Testinstanz war keine der beiden Optionen gesetzt; beide Abfragen lieferten leer zurück. Es ist der Auslieferungszustand.

Speicher-Overhead: Neben den Nutzdateien füllt sich unbemerkt eine zweite Kammer mit Vorschauen, Versionen und gelöschten Dateien

Die Gegenprobe: eine Zeile, 85,4 % weniger

Wenn die Ursache eine Obergrenze ist, muss das Absenken der Obergrenze wirken. Also haben wir preview_max_x und preview_max_y auf 2048 gesetzt, die Vorschauen verworfen und denselben Ablauf mit 20 Fotos wiederholt:

Standard (4096)Gedeckelt (2048)
Größte Vorschau4032 × 30242048 × 1536
Vorschauen je Foto3,51 MiB0,51 MiB
Aufschlag auf die Originale72,9 %10,6 %
Ersparnis85,4 %
Beide Messungen mit identischem Bildmaterial und identischem Abrufmuster (256 px + 1024 px je Datei). Standard: 60 Dateien, gedeckelt: 20 Dateien; verglichen wurde der Mittelwert pro Datei (3,51 MiB vs. 0,51 MiB), nicht die Summe.

Hochgerechnet auf echte Datenmengen:

NutzdatenPlatte bei StandardPlatte mit 2048-Deckel
500 GB865 GB553 GB
1 TB1,73 TB1,11 TB
10 TB17,3 TB11,1 TB

Die Konfiguration dazu, in config/config.php:

'preview_max_x' => 2048,
'preview_max_y' => 2048,

Bei 10 TB Nutzdaten ist das ein Unterschied von 6,2 TB gekauftem Speicher — bei jedem Anbieter, in jedem Betriebsmodell, jeden Monat. Für zwei Zeilen Konfiguration.

Wichtige Einschränkung, damit die Zahl nicht überverkauft wird: Der Effekt gilt für Bilder und andere vorschaufähige Dateien. Eine Instanz, die überwiegend Office-Dokumente, ZIP-Archive oder Videos ablegt, hat ein anderes Verhältnis. Wer viele Fotos speichert — und das trifft auf Vereine, Schulen, Agenturen und Familien fast immer zu — liegt nah an unserer Messung.

Ein Fehler, den wir selbst gemacht haben

Zwischen den beiden Messungen wollten wir die Vorschauen loswerden. Der überall empfohlene Weg lautet: das Verzeichnis appdata_*/preview einfach löschen. Genau das haben wir getan.

Danach lieferte jede Vorschau-Anfrage HTTP 500. Im Log stand:

Unable to open preview stream at /var/www/html/data/appdata_.../preview/f/b/d/7/9/3/9/76/256-256-crop.jpg

Der Grund ist eine Änderung, die dieser Ratschlag noch nicht kennt: Nextcloud 34 führt die Vorschauen in der Datenbank. In unserer Instanz standen nach dem Löschen 180 Zeilen in oc_previews, die auf Dateien zeigten, die es nicht mehr gab. Auch occ maintenance:repair half nicht.

Der richtige Weg ist ein eigenes Kommando, das beides aufräumt:

sudo -u www-data php occ preview:cleanup

Danach: oc_previews = 0 Zeilen, Vorschauen wieder HTTP 200.

Regel daraus: Ein Ratschlag, der einmal richtig war, wirft keine Fehlermeldung, wenn die Software unter ihm weiterzieht. Er steht einfach weiter da und klingt weiter plausibel. Wer Speicher freiräumen will, sollte das mitgelieferte Kommando nehmen — nicht rm.

Die zweite unsichtbare Position: Versionen und Papierkorb

Vorschauen sind der größte, aber nicht der einzige Aufschlag. Zwei weitere Mechanismen sind standardmäßig aktiv, und beide behalten Daten länger, als die meisten erwarten.

Der Papierkorb darf die Hälfte Ihrer Quota belegen

In config/config.sample.php steht als Standard 'trashbin_retention_obligation' => 'auto', dokumentiert als:

Keeps files and folders in the trash bin for at least 30 days. Then, if space is needed, deletes trashed files anytime after that.

Entscheidend ist „if space is needed”. Solange Platz da ist, wird nichts gelöscht — auch nach 30 Tagen nicht. Und im Quelltext von apps/files_trashbin/lib/Trashbin.php steht die Obergrenze im Klartext:

// unit: percentage; 50% of available disk space/quota

Der Papierkorb eines Nutzers darf bis zu 50 % seiner verfügbaren Quota belegen. Wer 100 GB zuteilt, plant faktisch mit bis zu 150 GB.

Versionen: bis zu 169 Stände pro Datei

Die Versionierung folgt einem festen Raster, das in apps/files_versions/lib/Storage.php hinterlegt ist. Ausgerechnet ergibt es:

Alter der DateiEin Stand alleMax. Stände
0–10 Sekunden2 Sekunden5
10 Sek. – 1 Minute10 Sekunden5
1 Minute – 1 Stunde1 Minute59
1 Stunde – 1 Tag1 Stunde23
1–30 Tage1 Tag29
ab 30 Tagen1 Wocheunbegrenzt
Eigene Auswertung des Arrays $max_versions_per_interval aus Nextcloud 34.0.3. Die Werte sind Obergrenzen pro Datei; erreicht werden sie nur, wenn die Datei tatsächlich so oft geändert wird.

Das sind 121 mögliche Stände in den ersten 30 Tagen und nach einem Jahr theoretisch 169 Versionen einer einzigen Datei. Für ein Textdokument ist das harmlos. Für eine 200-MB-Projektdatei, an der täglich gearbeitet wird, ist es das nicht.

Beides lässt sich begrenzen:

'trashbin_retention_obligation' => '14, 30',
'versions_retention_obligation' => '14, 90',

Das erste Zahlenpaar bedeutet: mindestens 14 Tage behalten, nach 30 Tagen zwingend löschen.

Für die Kostenrechnung heißt das: Planen Sie realistisch mit einem Aufschlag von 20–40 % über den reinen Nutzdaten — zusätzlich zu den Vorschauen. Wir rechnen unten bewusst konservativ mit 25 %.

Was die Grundinstallation kostet, bevor ein Nutzer da ist

Bevor die erste Datei hochgeladen wird, belegt Nextcloud bereits Platz. Auch das haben wir gemessen statt geschätzt:

PositionGröße
Programmcode (/var/www/html ohne Daten)873 MiB
Datenverzeichnis frisch nach Installation63 MiB
Datenbank (131 Tabellen)6,0 MiB
Docker-Images (Nextcloud + MariaDB + Redis)2,83 GB
Nextcloud 34.0.3 über das offizielle Docker-Image, MariaDB 11.4, Redis Alpine. Gemessen unmittelbar nach der Installation, vor dem ersten Upload.

48 Apps sind ab Werk aktiv — darunter Aktivitäten, Dateiversionen, Papierkorb, Fotos, Text, Talk-Grundlagen und der App Store. Das ist bequem und es ist der Grund, warum eine „leere” Nextcloud rund 1 GB belegt, bevor irgendwer sie benutzt.

Die offiziellen Systemanforderungen nennen für den Arbeitsspeicher mindestens 128 MB pro Prozess, empfohlen 512 MB, und für den eingebauten Updater mindestens 256 MB. In der Praxis ist das die Untergrenze, nicht die Planungsgröße.

Die drei Betriebsmodelle mit echten Preisen

Alle folgenden Preise wurden am 16. August 2026 direkt bei den Anbietern abgerufen — die Hetzner-Preise über deren Live-Preis-API, die Nextcloud-Preise von der offiziellen Preisseite. Alle Angaben netto.

Modell 1: Selbst hosten

PositionProduktPreis/Monat
Server (klein)CPX1211,49 €
Server (mittel)CPX2219,49 €
Server (groß)CPX4269,49 €
Backup-Speicher 1 TBBX113,20 €
Backup-Speicher 5 TBBX2110,90 €
Backup-Speicher 20 TBBX4140,60 €
IPv4-AdressePrimary IP0,50 €
Quelle: Live-Preis-API von hetzner.com, abgerufen 16.08.2026, Standort Deutschland/Finnland, netto. Storage-Box-Preise über die Produkt-IDs ROBOT_1333–1336.

Ein wichtiger Hinweis zur Sorgfalt: Wir hätten hier beinahe 0,50 € als Speicherpreis pro Einheit ausgewiesen. Die Produkt-ID CLOUD_21 liefert genau diesen Wert und stand im Seitenquelltext direkt neben den Serverpaketen. Die Gegenprobe in der Preistabelle zeigte: das ist die Gebühr für die IPv4-Adresse, nicht für Speicher. Eine Zahl aus der richtigen Quelle kann trotzdem die falsche Zahl sein, wenn man ihre Bedeutung nicht prüft.

Modell 2: Managed Nextcloud

Hetzner Storage Share (Nextcloud als betreuter Dienst, Rechenzentrum Deutschland):

PaketSpeicherNutzerPreis/Monat
NX111 TBunbegrenzt4,29 €
NX215 TBunbegrenzt14,19 €
NX3110 TBunbegrenzt27,39 €
Quelle: hetzner.com/storage/storage-share, Preise über die Live-Preis-API (KONSOLEH_136–138), abgerufen 16.08.2026, netto. Enthält Administration, automatische Updates, mehrfach tägliche Backups, SSL-Zertifikat, AV-Datenzentrum Falkenstein.

Nextcloud One (offizieller Managed-Dienst, betrieben von epiKshare, Hosting in Deutschland):

PaketSpeicherPreis jährlichPreis monatlich
Einzelnutzer (1–4)500 GB15 €/Nutzer/Monat18 €
Team (ab 5)1 TB + 200 GB je Nutzer13 €/Nutzer/Monat16 €
Quelle: nextcloud-one.com/pricing, abgerufen 16.08.2026. Zusätzlicher Speicher: 1 TB für 59 €/Monat bzw. 599 €/Jahr.

Modell 3: Nextcloud Enterprise

Paketab 100 Nutzernab 200 Nutzern
Standard71,29 €/Nutzer/Jahr53,17 €
Premium104,99 €81,99 €
Ultimate204,75 €183,75 €
Nur Files (Standard)42,00 €31,50 € (ab 250)
Quelle: nextcloud.com/pricing, abgerufen 16.08.2026, netto, pro Nutzer und Jahr.

Drei Dinge, die in dieser Tabelle nicht stehen und die Rechnung verändern:

  1. Enterprise beginnt bei 100 Nutzern. Wörtlich auf der Preisseite: „Nextcloud subscriptions are available from 100 users and up.” Für kleinere Organisationen ist dieses Modell schlicht nicht buchbar — die Preisspalte ist für sie irrelevant.
  2. Die Subskription enthält keinen Server. Nextcloud betreibt kein Hosting („we do not offer hosting”). Infrastruktur kommt vollständig obendrauf.
  3. Talk, Groupware und Office sind Zusatzprodukte. In allen drei Stufen stehen sie als „Optional (extra costs)”. Wer Videokonferenzen im Enterprise-Paket erwartet, hat sie nicht automatisch gebucht.

Beim Wartungszeitraum ist der Unterschied zwischen den Stufen größer als der Preisabstand vermuten lässt: Standard 1 Jahr, Premium und Ultimate 5+ Jahre. Wer plant, eine Version lange zu fahren, kauft mit Premium nicht Support, sondern Planungssicherheit.

Arbeitszeit als eigentlicher Kostentreiber: wiederkehrende Wartungstage summieren sich

Die Position, die alles entscheidet: Arbeitszeit

Nextcloud veröffentlicht alle vier Monate eine neue Hauptversion, die ein Jahr lang gepflegt wird. Aktuell sind drei Versionen parallel unterstützt (34, 33, 32); Version 32 erreicht im September 2026 ihr Lebensende. Hauptversionen dürfen nicht übersprungen werden.

Praktisch heißt das: mindestens ein Hauptversions-Update pro Jahr, dazu monatliche Wartungsreleases — zuletzt am 13.08.2026 für alle drei Zweige gleichzeitig.

Das ist der Punkt, an dem Self-Hosting-Rechnungen kippen. Setzen wir für „5 Nutzer, 500 GB” die Infrastruktur an (CPX22 + BX21 + IPv4 = 370,68 €/Jahr) und variieren nur den Stundensatz:

Betreuung0 €/h (Hobby)50 €/h80 €/h
1 h/Monat371 €971 €1.331 €
2 h/Monat371 €1.571 €2.291 €
4 h/Monat371 €2.771 €4.211 €
Eigene Rechnung. Infrastruktur aus den oben belegten Live-Preisen, Arbeitszeit als offener Parameter. Die Zeile „0 €/h” unterstellt, dass die Arbeit von jemandem erledigt wird, dessen Zeit nicht abgerechnet wird — sie ist nicht kostenlos, sondern unbezahlt.

Zum Vergleich für dieselben 5 Nutzer:

  • Hetzner Storage Share NX11 (1 TB): 51 €/Jahr
  • Nextcloud One Team: 780 €/Jahr
  • Nextcloud Enterprise: nicht buchbar (unter 100 Nutzern)

Damit steht die unbequemste Zahl des Artikels fest:

Bei 5 Nutzern kostet der Managed-Dienst 51 € im Jahr. Die selbst betriebene Instanz kostet 371 € im Jahr an reiner Infrastruktur — das Siebenfache, bevor eine einzige Arbeitsstunde eingerechnet ist.

Self-Hosting lohnt sich bei kleinen Installationen nicht über den Preis. Es lohnt sich über Kontrolle, Datenhoheit, beliebige Apps und die Freiheit, Dinge zu tun, die ein Anbieter nicht erlaubt. Das sind gute Gründe. „Es ist billiger” gehört bei fünf Nutzern nicht dazu.

Bei 100 Nutzern dreht sich das Bild

ModellKosten/Jahr
Self-hosted, Infrastruktur (CPX42 + BX41 + IP)1.327 €
… + 8 h/Monat à 50 €6.127 €
… + 8 h/Monat à 80 €9.007 €
Enterprise „nur Files” (100 Nutzer)4.200 € + Server
Enterprise Standard (100 Nutzer)7.129 € + Server
Nextcloud One Team (100 Nutzer)15.600 €
Eigene Rechnung auf Basis der oben belegten Live-Preise, netto. Enterprise-Zeilen enthalten keine Infrastruktur.

Hier wird Self-Hosting relativ günstig — aber nur, solange die Betreuung tatsächlich in acht Stunden im Monat passt. Bei 100 Nutzern bedeutet das: Updates, Backups, Wiederherstellungstests, Störungen, Nutzerfragen, Zertifikate, Sicherheitsmeldungen. Wer diese Stunden nicht ehrlich ansetzt, vergleicht einen Vollpreis mit einem Teilpreis.

Transparente Kostenvergleichsrechnung mit aufgeschlüsselten Positionen

Die ehrliche Rechnung für Ihre Größe

Bis 5 Nutzer, wenige hundert GB

Empfehlung: Managed. Der Preisunterschied ist erdrückend (51 € vs. 371 € reine Infrastruktur), und die Wartung entfällt vollständig. Self-Hosting nur, wenn Sie es wollen — als Lernprojekt, aus Prinzip oder weil Sie Apps brauchen, die ein Anbieter nicht zulässt.

5–50 Nutzer

Der Bereich, in dem es wirklich zu rechnen ist. Managed-Speicherpakete sind hier oft noch günstiger, aber die Grenzen werden spürbar: begrenzte App-Auswahl, keine Systemkonfiguration, kein Zugriff auf config.php — und damit auch nicht auf die Vorschau-Optimierung aus diesem Artikel. Wer viele Fotos speichert, zahlt beim Anbieter den vollen Overhead mit, ohne ihn abstellen zu können.

Faustregel: Gibt es eine benannte Person mit reservierter Zeit, ist Self-Hosting sinnvoll. Gibt es sie nicht, wird aus „wir hosten selbst” innerhalb eines Jahres „wir haben ein ungepatchtes System”.

Ab 100 Nutzern

Hier lohnt sich Enterprise — aber selten in der teuersten Stufe. Die Variante „nur Files” mit 42 €/Nutzer/Jahr deckt den häufigsten Anwendungsfall (Dateien, Sync, Freigaben, SAML-Anmeldung, Audit-Protokolle) zu 59 % des Standard-Preises ab. Wer Talk oder Office wirklich braucht, bucht sie gezielt dazu, statt eine höhere Stufe zu nehmen.

Der stärkste Grund für Enterprise ist nicht der Support, sondern der Wartungszeitraum von 5+ Jahren ab Premium. In Organisationen mit Änderungsprozessen ist ein Update alle vier Monate kein technisches, sondern ein organisatorisches Problem.

Was wir selbst tun — und was wir nicht behaupten

Wir betreiben unsere eigenen Server selbst, mit Debian, weil Stabilität dort über Aktualität geht (unser Vergleich Debian vs. Ubuntu erklärt, warum). Für die Absicherung nach außen setzen wir auf Nginx als Reverse Proxy.

Und wir wissen aus eigener Erfahrung, was der Punkt „Arbeitszeit” wert ist, wenn er fehlt: Auf einem unserer Server lief fünf Tage lang unbemerkt fremder Code, weil eine Abhängigkeit veraltet war. Die vollständige Aufarbeitung steht in Server fünf Tage gekapert und in unserer Übersicht zu IT-Sicherheitslücken. Diese fünf Tage sind der beste Beleg dafür, dass „selbst hosten” keine einmalige Entscheidung ist, sondern eine dauerhafte Verpflichtung.

Was wir nicht gemessen haben und deshalb nicht behaupten: Wir haben keine Instanz mit 100 gleichzeitigen Nutzern unter Last getestet. Unsere Zahlen zu Speicher und Overhead sind belastbar, unsere Zahlen zur nötigen Servergröße bei hoher Nutzerzahl sind es nicht — dort folgen wir den Herstellerangaben. Eine geschätzte Zahl sieht in einer Tabelle genauso aus wie eine gemessene; deshalb steht sie hier nicht drin.

Wer Nextcloud im Bildungsbereich einsetzt, findet die passenden Zahlen dazu in unserem Artikel Nextcloud Schule — inklusive der Auswertung, wie viele der 740 Apps im offiziellen Store überhaupt noch zur aktuellen Version passen.

Sofort umsetzbar: Speicherkosten senken

Vier Eingriffe, alle in config/config.php, alle sofort wirksam:

// 1. Vorschauen deckeln — der größte Hebel (gemessen: 85,4 % weniger)
'preview_max_x' => 2048,
'preview_max_y' => 2048,

// 2. Papierkorb begrenzen: min. 14 Tage, spätestens nach 30 löschen
'trashbin_retention_obligation' => '14, 30',

// 3. Versionen begrenzen: min. 14 Tage, spätestens nach 90 löschen
'versions_retention_obligation' => '14, 90',

// 4. Nur benötigte Vorschau-Erzeuger aktivieren
'enabledPreviewProviders' => [
  'OC\Preview\PNG',
  'OC\Preview\JPEG',
  'OC\Preview\GIF',
  'OC\Preview\HEIC',
  'OC\Preview\PDF',
],

Danach die vorhandenen Vorschauen einmalig aufräumen — mit dem Kommando, nicht mit rm:

sudo -u www-data php occ preview:cleanup

Ein Hinweis zur Reihenfolge: Räumen Sie erst auf, nachdem die neuen Grenzen gesetzt sind. Sonst werden die alten, großen Vorschauen beim nächsten Zugriff einfach in alter Größe neu erzeugt.

Häufige Fragen zu Nextcloud Kosten

Ist Nextcloud wirklich kostenlos?

Die Software ja, der Betrieb nein. Die Community Edition ist lizenzkostenfrei und funktional vollständig. Kosten entstehen durch Server, Speicher, Backup und vor allem Arbeitszeit. Bei fünf Nutzern liegt allein die Infrastruktur bei rund 371 € im Jahr, während ein Managed-Paket mit 1 TB 51 € im Jahr kostet. „Kostenlos” beschreibt die Lizenz, nicht die Rechnung.

Wie viel Speicher brauche ich für 1 TB Daten?

Nach unserer Messung etwa 1,73 TB in der Standardkonfiguration, wenn es sich überwiegend um Fotos handelt — der Aufschlag entsteht durch Vorschaubilder. Mit gedeckelter Vorschau (preview_max_x/y = 2048) sinkt der Bedarf auf etwa 1,11 TB. Hinzu kommen Papierkorb und Versionen; kalkulieren Sie sicherheitshalber weitere 20–40 %.

Warum wächst mein Nextcloud-Speicher, obwohl niemand etwas hochlädt?

Weil Vorschaubilder beim Ansehen entstehen, nicht beim Hochladen. In unserem Test lag der Overhead direkt nach dem Upload bei exakt 0 % und stieg allein durch das Durchblättern der Dateien auf 72,9 %. Dazu kommen Dateiversionen und ein Papierkorb, der standardmäßig mindestens 30 Tage behält und bis zu 50 % der Nutzer-Quota belegen darf.

Was kostet Nextcloud Enterprise?

Ab 100 Nutzern 71,29 € pro Nutzer und Jahr (Standard), 104,99 € (Premium) und 204,75 € (Ultimate); ab 200 Nutzern sinken die Preise auf 53,17 / 81,99 / 183,75 €. Eine reine Dateivariante gibt es ab 42 € pro Nutzer und Jahr. Wichtig: Unter 100 Nutzern ist Enterprise nicht buchbar, Server sind nicht enthalten, und Talk, Groupware sowie Office kosten in allen Stufen extra.

Lohnt sich Self-Hosting gegenüber einem Anbieter?

Bei kleinen Installationen fast nie über den Preis — ein Managed-Paket ist dort um ein Vielfaches günstiger als ein eigener Server. Ab etwa 100 Nutzern kehrt sich das um, sofern die Betreuung realistisch mit acht Stunden im Monat auskommt. Die ehrliche Entscheidungsfrage lautet nicht „was kostet der Server”, sondern „wer macht die Updates, und ist dessen Zeit eingeplant”.

Wie viel Arbeitszeit muss ich einplanen?

Nextcloud erscheint alle vier Monate in einer neuen Hauptversion mit einem Jahr Pflege, dazu monatliche Wartungsreleases; Hauptversionen dürfen nicht übersprungen werden. Das bedeutet mindestens ein Hauptupdate pro Jahr plus laufende Patches. Realistisch sind ein bis zwei Stunden im Monat bei kleinen Installationen und vier bis acht bei größeren — jeweils ohne Störfälle.

Kann ich die Speicherkosten nachträglich senken?

Ja. Setzen Sie preview_max_x und preview_max_y auf 2048 und begrenzen Sie Papierkorb und Versionen, danach einmalig occ preview:cleanup ausführen. In unserem Test sank der Vorschau-Speicher dadurch um 85,4 %. Löschen Sie das Vorschauverzeichnis nicht von Hand — in Nextcloud 34 stehen die Vorschauen auch in der Datenbank, und verwaiste Einträge führen zu HTTP 500.

Welches Modell passt zu welcher Größe?

Bis etwa fünf Nutzer ein Managed-Paket. Zwischen fünf und fünfzig Nutzern ist es eine echte Rechnung, bei der die entscheidende Frage lautet, ob es eine zuständige Person mit reservierter Zeit gibt. Ab hundert Nutzern wird Enterprise interessant — häufig in der Files-Variante, deren Hauptvorteil ab Premium der Wartungszeitraum von 5+ Jahren ist.

Entscheidungswegweiser: das passende Betriebsmodell nach Teamgröße wählen

Fazit

Die Nextcloud Kosten bestehen aus vier Blöcken, von denen die Preislisten nur zwei zeigen. Die beiden unsichtbaren — Speicher-Overhead und Arbeitszeit — entscheiden bei kleinen Installationen über die Hälfte der Rechnung und bei großen über die Machbarkeit.

Was wir messen konnten, haben wir gemessen:

  • 72,9 % Speicheraufschlag allein durch Vorschaubilder in der Standardkonfiguration — und 0 % direkt nach dem Upload, weshalb der Effekt so oft übersehen wird.
  • 85,4 % Ersparnis durch zwei Konfigurationszeilen. Der größte Hebel dieses Artikels kostet nichts.
  • 1 GB belegter Platz, bevor der erste Nutzer sich anmeldet, mit 48 aktiven Apps ab Werk.
  • Bis zu 169 Versionen pro Datei und ein Papierkorb, der 50 % der Quota belegen darf.

Und die eine Zahl, die den meisten Rechnungen widerspricht: Bei fünf Nutzern kostet die selbst betriebene Instanz das Siebenfache eines Managed-Pakets, bevor eine einzige Arbeitsstunde eingerechnet ist.

Das ist kein Argument gegen Self-Hosting. Wir hosten selbst, aus Überzeugung, und würden es wieder tun. Es ist ein Argument dagegen, Self-Hosting mit dem Preis zu begründen. Die guten Gründe heißen Kontrolle, Datenhoheit und Unabhängigkeit — und die halten der Prüfung stand. „Es ist billiger” hält ihr bei kleinen Installationen nicht stand.

Rechnen Sie mit den Zahlen aus diesem Artikel nach, setzen Sie die vier Konfigurationszeilen, und entscheiden Sie dann. Eine Entscheidung, die den vollen Preis kennt, hält länger als eine, die ihn erst im zweiten Jahr entdeckt.