Hetzner vs netcup ist die Frage, die fast jeder stellt, der in Deutschland zum ersten Mal einen eigenen Server mietet. Die kurze Antwort: netcup ist bei gleicher Ausstattung deutlich billiger, bindet dich dafür aber an Monats- oder Jahresverträge. Hetzner kostet mehr, rechnet aber stundengenau ab, lässt sich komplett per API steuern und wirbt für seine Cloud mit einer 99,9-%-SLA. Wer einen Server ein paar Jahre lang einfach laufen lassen will, fährt mit netcup günstiger. Wer Server automatisiert anlegt, testet und wieder löscht, fährt mit Hetzner besser.
Das ist die Zusammenfassung. Damit sie nicht nur nachgeplappert ist, haben wir am 9. Oktober 2026 alle Preise direkt bei beiden Anbietern abgerufen: bei Hetzner aus der Preisdatei, die die eigene Website lädt, bei netcup von den Bestellseiten der einzelnen Tarife. Außerdem haben wir unsere beiden eigenen Hetzner-Server vermessen, auf denen unter anderem dieser Blog läuft. Drei Ergebnisse vorweg:
1. Für 2 vCPU und 4 GB RAM zahlst du am 9. Oktober bei Hetzner (CPX22 plus IPv4) 23,79 € im Monat brutto, bei netcup (VPS 500 G12.5) 9,50 € bei monatlicher Kündbarkeit und 7,03 € mit 24 Monaten Laufzeit. Das ist Faktor 2,5 bis 3,4.
2. Der netcup-Preis, der auf der Übersicht steht, gilt für „Keine Präferenz Europa“: Dein Server landet dann in Österreich, Deutschland oder den Niederlanden, du entscheidest nicht mit. Wer Nürnberg fest auswählt, zahlt beim VPS 500 1,04 € im Monat mehr, beim VPS 4000 5,78 €.
3. Die günstigste Hetzner-Linie („Cost-Optimized“ mit CX- und Arm-Servern) war am Messtag auf der Website komplett als „not available“ markiert, alle acht Tarife. Wer einen Preisvergleich mit dem alten Hetzner-Einstiegspreis liest, vergleicht mit etwas, das man gerade nicht bestellen kann.

Hetzner vs netcup: wer die beiden Anbieter sind
Beide Firmen sind deutsche Hoster mit eigenen Rechenzentren, beide richten sich an Leute, die mit einer Linux-Konsole umgehen können, und beide sind seit Jahren der Standardtipp in Foren, wenn jemand „günstiger Server Deutschland“ fragt. Trotzdem verkaufen sie unterschiedliche Produkte.
Hetzner (Hetzner Online GmbH, Gunzenhausen) betreibt eigene Rechenzentrumsparks in Falkenstein, Nürnberg und Helsinki und bietet Cloud-Server zusätzlich in Ashburn (Virginia), Hillsboro (Oregon) und Singapur an. Neben der Cloud verkauft Hetzner klassische Dedicated Server, eine Server-Auktion mit gebrauchter Hardware, Storage Boxen, Object Storage und Webhosting. Das Cloud-Produkt ist stark auf Automatisierung ausgelegt: API, Terraform-Provider, Kommandozeilen-Tool, stundengenaue Abrechnung.
netcup (netcup GmbH, Karlsruhe) gehört seit einigen Jahren zur österreichischen Anexia-Gruppe. Das steht am Fuß jeder netcup-Seite („a company by Anexia“), und man sieht es auch im Netz: Als wir vom Nürnberger Hetzner-Server aus eine Route zu www.netcup.de verfolgt haben, lief der vorletzte Abschnitt über Router mit dem Namen bbr01.anx84.nue.de.anexia-it.net. netcup bietet vServer in Nürnberg, Wien, Amsterdam, Manassas (USA) und Singapur an. Das Kerngeschäft ist klassischer: Webhosting, Domains, vServer und „Root-Server“ mit Mindestvertragslaufzeit.
Damit ist der wichtigste Unterschied schon benannt, bevor wir über Euro reden: Hetzner verkauft Rechenzeit, netcup verkauft Verträge. Das prägt alles Weitere.
Was wir gemessen haben und was nicht
Ehrlich vorab, damit du die Zahlen richtig einordnest: Wir betreiben unsere eigenen Server bei Hetzner, einen in Nürnberg (12 vCPU, 24 GB RAM) und einen in Helsinki (4 vCPU, 8 GB RAM). Einen netcup-Server haben wir für diesen Artikel nicht gemietet. Die netcup-Seite dieses Vergleichs stützt sich deshalb auf die offiziellen Tarifangaben vom 9. Oktober 2026 und auf Netzwerkmessungen von außen. Wo wir etwas nur aus Herstellerangaben wissen, steht das dabei. Benchmarks, die eine netcup-VM von innen zeigen, findest du im eingebetteten Video weiter unten.
Dennis Schröder (Kanal „Raspberry Pi Cloud“) testet einen netcup-vServer von innen. Er gibt an, den Server selbst bezahlt zu haben. Das Video ist von 2025, die Tarife darin sind also nicht mehr die aktuelle Generation G12.5; als Eindruck vom Kundenpanel taugt es trotzdem.
Preise am 9. Oktober 2026: Hetzner vs netcup im direkten Vergleich
Der größte Fehler in Preisvergleichen ist, Netto- mit Bruttopreisen zu mischen. Hetzner zeigt Nettopreise, netcup zeigt deutschen Kunden Bruttopreise inklusive 19 % Mehrwertsteuer. Außerdem ist bei Hetzner die öffentliche IPv4-Adresse nicht im Serverpreis enthalten (0,50 € netto im Monat), bei netcup schon. Wir haben deshalb alles auf brutto inklusive IPv4 umgerechnet, also auf das, was ein Privatkunde in Deutschland tatsächlich zahlt.
Quellen: Hetzner-Preise aus hetzner.com/_resources/app/data/bench/cloud_data.json, Standort NBG1, abgerufen 9. Oktober 2026, 07:02 UTC. netcup-Preise von netcup.com/de/server/vps und den Produktseiten der Tarife, abgerufen am selben Morgen, Standort „Keine Präferenz Europa“.
Geteilte Kerne: Hetzner CPX gegen netcup VPS
| Ausstattung | Hetzner (Regular Performance) | Preis/Monat brutto inkl. IPv4 | netcup (VPS G12.5) | 1 Monat | 12 Monate | 24 Monate |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 vCPU, 2 GB, 40 GB | CPX12 | 14,27 € | – | – | – | – |
| 2 vCPU, 4 GB | CPX22 (80 GB NVMe) | 23,79 € | VPS 500 (64 GB SSD) | 9,50 € | 8,26 € | 7,03 € |
| 4 vCPU, 8 GB | CPX32 (160 GB) | 42,83 € | VPS 1000 (128 GB) | 16,68 € | 14,50 € | 12,32 € |
| 8 vCPU, 16 GB | CPX42 (320 GB) | 83,29 € | VPS 2000 (256 GB) | 30,96 € | 26,92 € | 22,89 € |
| 12 vCPU, 24–32 GB | CPX52 (24 GB, 480 GB) | 120,18 € | VPS 4000 (32 GB, 512 GB) | 52,16 € | 45,36 € | 38,56 € |
Der Abstand ist größer, als viele erwarten. Selbst wenn du netcup monatlich kündbar buchst, kostet die 4-Kern-Maschine dort 16,68 €, bei Hetzner 42,83 €. Mit 24 Monaten Laufzeit wird der Faktor noch größer.
Zwei Dinge relativieren das etwas, und beide stehen im nächsten Abschnitt: Was „vCPU“ bei beiden Anbietern bedeutet, und welche Bedingungen an den netcup-Preisen hängen.
Dedizierte Kerne: Hetzner CCX gegen netcup Root-Server
Wer Rechenleistung garantiert haben will, braucht dedizierte Kerne. Bei Hetzner heißt die Linie „General Purpose“ (CCX), bei netcup „Root-Server“ (RS).
| Ausstattung | Hetzner CCX | brutto inkl. IPv4 | netcup Root-Server G12.5 | 1 Monat | 12 Monate |
|---|---|---|---|---|---|
| 2 dedizierte Kerne | CCX13 (8 GB, 80 GB) | 51,76 € | RS 500 (4 GB, 64 GB NVMe) | 14,87 € | 12,93 € |
| 4 dedizierte Kerne | CCX23 (16 GB, 160 GB) | 102,93 € | RS 1000 (8 GB, 128 GB) | 25,00 € | 21,73 € |
| 8 dedizierte Kerne | CCX33 (32 GB, 240 GB) | 165,40 € | RS 2000 (16 GB, 256 GB) | 46,81 € | 40,70 € |
Hier wird es fast absurd: Vier dedizierte Kerne kosten bei Hetzner rund das Vierfache. Allerdings hat ein CCX23 doppelt so viel Arbeitsspeicher wie ein RS 1000. Fair verglichen (gleicher RAM) steht ein CCX13 mit 2 Kernen und 8 GB für 51,76 € gegen einen RS 1000 mit 4 Kernen und 8 GB für 25,00 €. netcup liefert also doppelt so viele dedizierte Kerne für die Hälfte des Geldes.

Laufzeit und Abrechnung: der eigentliche Unterschied
Wenn netcup so viel billiger ist, warum nutzt überhaupt noch jemand Hetzner Cloud? Die Antwort steckt in der Abrechnung.
Hetzner rechnet stundengenau ab, mit Monatsdeckel. Ein CPX22 kostet laut Preisdatei 0,0312 € netto pro Stunde, maximal 19,49 € im Monat. Löschst du den Server nach drei Tagen, zahlst du drei Tage. Das ist der Grund, warum Hetzner-Cloud-Server in CI-Pipelines, für Lasttests, für kurzlebige Testumgebungen und für alles, was per Terraform kommt und geht, so beliebt sind.
netcup rechnet in Vertragslaufzeiten ab: 1, 12 oder 24 Monate. Der Rabatt ist deutlich: Laut netcup-Seite sparst du mit 12 Monaten 13 % und mit 24 Monaten 26 bis 27 % gegenüber der monatlichen Variante. Dafür ist ein Server, den du nur zwei Tage brauchst, bei netcup mindestens einen Monat lang bezahlt.
Rechnen wir zwei typische Fälle durch, jeweils mit der 2-Kern/4-GB-Klasse:
| Szenario | Hetzner CPX22 | netcup VPS 500 |
|---|---|---|
| Testserver für 72 Stunden | 72 × (0,0312 € + 0,0008 € IPv4) ≈ 2,30 € netto ≈ 2,74 € brutto | mindestens 1 Monat: 9,50 € |
| Dauerbetrieb 24 Monate | 24 × 23,79 € = 570,96 € | 24-Monats-Vertrag: 24 × 7,03 € = 168,72 € |
| Dauerbetrieb 24 Monate, aber monatlich kündbar | 570,96 € | 24 × 9,50 € = 228,00 € |
Wer einen Server dauerhaft betreibt, spart bei netcup über zwei Jahre also zwischen 340 und 400 Euro pro Maschine in dieser Klasse. Wer Server häufig kurzzeitig braucht, ist bei Hetzner im Vorteil, oft sogar deutlich.
Was du bei langen Laufzeiten bedenken musst
Ein 24-Monats-Vertrag klingt nach Schnäppchen, hat aber zwei Nebenwirkungen, die in Preisvergleichen selten auftauchen:
- Du kaufst die Hardware-Generation von heute für zwei Jahre. netcup schreibt selbst in seinen FAQ, dass ein direktes Upgrade von der Generation G12 auf G12.5 nicht möglich ist: Man bestellt den neuen Tarif, kündigt den alten zum Laufzeitende und zieht die Daten um. Mit 24 Monaten Bindung zahlst du also unter Umständen noch für die alte Generation, während die neue schon besser und billiger ist.
- Dein Bedarf ändert sich. Ein Projekt, das heute 4 GB RAM braucht, braucht in einem Jahr vielleicht 16, oder es wird eingestellt. Wie viel RAM Server tatsächlich brauchen, haben wir in einem eigenen Artikel gemessen: Wie viel RAM braucht ein Server? Kurzfassung: oft weniger, als man denkt, was eher für kleine Tarife spricht.
Unsere Faustregel: Monatlich kündbar ist bei netcup fast immer der bessere Deal, solange du nicht sicher bist, dass sich am Projekt zwei Jahre lang nichts ändert. Die 2,47 € Unterschied zwischen 1 und 24 Monaten beim VPS 500 sind die Flexibilität meistens wert.
Leistung: was „vCPU“ bei Hetzner und netcup bedeutet
Eine vCPU ist ein Rechen-Thread, den der Hypervisor deiner virtuellen Maschine zuteilt. Bei beiden Anbietern laufen die geteilten Tarife mit KVM, und bei beiden teilst du dir die physischen Kerne mit anderen Kunden. Was ein VPS genau ist und wie die Virtualisierung funktioniert, erklären wir ausführlich in Was ist ein VPS?.

Der entscheidende Satz steht bei netcup ganz offen auf der vServer-Seite: VPS seien „ähnlich ausgestattet wie unsere Root Server. Jedoch sind die dedizierten CPU-Kerne, die Zufriedenheitsgarantie und die sehr hohe garantierte Mindestverfügbarkeit von 99,9 % im Jahresmittel bei den VPS nicht enthalten.“ Heißt im Klartext: Beim netcup-VPS gibt es keine vertraglich zugesicherte Verfügbarkeit und keine garantierten CPU-Anteile. Dafür, so netcup weiter, garantiere man „den weltweit besten Preis“.
Hetzner beschreibt die eigenen geteilten Tarife als „Inexpensive due to shared resources, low to medium CPU usage“ und wirbt auf der Cloud-Übersicht mit einer SLA von 99,9 % Verfügbarkeit mit definierten Gutschriften. Welche Tarife genau darunter fallen, solltest du vor der Bestellung in den aktuellen SLA-Bedingungen nachlesen; die Cloud-Übersichtsseite nennt keine Einschränkung auf bestimmte Linien.
Unsere Messungen auf zwei Hetzner-Servern
Wir haben auf beiden eigenen Maschinen dieselben einfachen Tests laufen lassen. Sie sind keine Laborbenchmarks, aber jeder kann sie auf seinem eigenen Server wiederholen:
# Prozessor und Virtualisierung
lscpu | grep -E "Model name|Hypervisor"
cat /sys/class/dmi/id/sys_vendor /sys/class/dmi/id/product_name
# Steal Time seit dem Boot (Anteil der Zeit, in der die VM rechnen wollte, aber nicht durfte)
awk '/^cpu /{t=0;for(i=2;i<=NF;i++)t+=$i; printf "steal %.4f%%\n",$9/t*100}' /proc/stat
# Rechenleistung: SHA-256, ein Kern und alle Kerne
openssl speed -seconds 3 sha256
openssl speed -seconds 3 -multi $(nproc) sha256
# Disk: sequentiell schreiben/lesen ohne Cache, dann 4k-Schreiben mit fsync
dd if=/dev/zero of=t bs=1M count=1024 oflag=direct
dd if=t of=/dev/null bs=1M iflag=direct
dd if=/dev/zero of=s bs=4k count=2000 oflag=dsync
Die Ergebnisse vom 9. Oktober 2026:
| Messung | Hetzner Nürnberg (12 vCPU) | Hetzner Helsinki (4 vCPU) |
|---|---|---|
CPU laut lscpu | AMD EPYC-Genoa, KVM | AMD EPYC-Genoa, KVM |
| SHA-256, 1 Kern (16-KB-Blöcke) | 1,72–1,73 GB/s | 1,77 GB/s |
| SHA-256, alle Kerne | 18,3 GB/s | 6,9 GB/s |
| Steal Time seit Boot | 0,0000 % (100 Tage Laufzeit) | 0,0000 % |
| Schreiben 1 GiB, direkt | 2,2 GB/s | 1,0 GB/s |
| Lesen 1 GiB, direkt | 3,5 GB/s | 1,2 GB/s |
| 4-KB-Schreiben mit fsync (3 Läufe) | 10,5–11,4 MB/s (≈ 0,36–0,39 ms pro Schreibvorgang) | 2,8–3,0 MB/s (≈ 1,4 ms) |
Drei Dinge fallen auf:
Die Leistung pro Kern ist an beiden Standorten praktisch identisch. 1,7 GB/s SHA-256 pro Kern, und die Mehrkern-Werte skalieren fast linear (18,3 / 12 ≈ 1,5, 6,9 / 4 ≈ 1,7). Auf der Rechenseite bekommst du bei Hetzner, was auf dem Etikett steht.
Die Disk-Leistung unterscheidet sich um Faktor 2 bis 4, obwohl es derselbe Anbieter und dieselbe CPU-Generation ist. Gerade die fsync-Werte, die für Datenbanken entscheidend sind, liegen in Helsinki viermal schlechter. Das ist keine Kritik an Hetzner, sondern eine Warnung an jeden Vergleich: Ein einzelner Server sagt wenig über einen Anbieter. Zwei Maschinen desselben Hosters können unterschiedlicher sein als zwei Maschinen verschiedener Hoster.
Steal Time ist bei beiden exakt null, auf dem Nürnberger Server über 100 Tage. Das klingt traumhaft, ist aber verdächtig: Ein Wert, der über Monate nie von 0,0000 % abweicht, deutet eher darauf hin, dass der Hypervisor ihn gar nicht an die VM meldet. Das haben wir schon im VPS-Artikel beobachtet. Für dich heißt das: Auf Hetzner-Cloud-Servern kannst du dich nicht auf st in top verlassen, um laute Nachbarn zu erkennen. Beobachte stattdessen die Antwortzeiten deiner eigenen Anwendung.
Und netcup?
Von innen haben wir netcup nicht gemessen. Was wir aus den Herstellerangaben wissen: netcup nennt für die Root-Server G12.5 ausdrücklich den AMD EPYC 9645, eine Zen-5-CPU („Turin“), die eine Generation neuer ist als die Genoa-Kerne in unseren Hetzner-Maschinen. Für die VPS-Tarife nennt netcup auf der Übersicht keinen Prozessor. Unabhängige Messungen (zum Beispiel bei VPSBenchmarks oder in Erfahrungsberichten wie dem von Dennis Schröder oben) zeigen netcup-VPS regelmäßig mit sehr guter Single-Core-Leistung, aber auch mit stärkeren Schwankungen über den Tag, was bei überbuchbaren Kernen ohne Garantie auch zu erwarten ist.
Unsere Einordnung: Für Webserver, kleine Datenbanken, Docker-Stacks und die üblichen Self-Hosting-Dienste reichen die geteilten Kerne beider Anbieter. Wenn deine Anwendung konstant hohe CPU-Last erzeugt (Builds, Videokonvertierung, Spiele-Server, große Datenbanken), sind dedizierte Kerne bei netcup (Root-Server) das mit Abstand günstigste Angebot in diesem Vergleich.
Traffic: 20 TB inklusive gegen 2 TB am Tag
Beim Traffic sind beide großzügig, aber nach völlig unterschiedlichen Regeln.

Hetzner rechnet in Monatskontingenten. In Nürnberg, Falkenstein und Helsinki sind laut Preisdatei bei den CPX-Tarifen 20 TB pro Monat inklusive, bei den größeren CCX-Tarifen 30 bis 60 TB. Jedes weitere Terabyte kostet 1,00 € netto. Achtung bei den US-Standorten: In Ashburn und Hillsboro sind bei denselben Tarif-Klassen nur 1 bis 8 TB inklusive. Wer seinen Server in die USA stellt, sollte das nachrechnen.
netcup hat kein Monatskontingent, sondern eine Drosselregel. Auf der Produktseite des VPS 500 steht wörtlich: „Wenn der durchschnittliche Netzwerkverkehr der letzten 24 Stunden 2 TB überschreitet, erfolgt eine vorübergehende Drosselung auf 200 MBit/s.“ Die Netzwerkkarte selbst ist mit 2,5 Gbit/s angegeben.
Was heißt das praktisch? 2 TB pro Tag entsprechen dauerhaft rund 185 Mbit/s. Die Regel greift also erst, wenn du einen Tag lang mehr oder weniger ununterbrochen fast 200 Mbit/s schiebst. Selbst gedrosselt hast du dann noch 200 Mbit/s, das reicht für die allermeisten Webseiten locker. Ein Blog wie dieser hier hat in acht Tagen gerade einmal 1,16 GB ausgeliefert, wie wir in Was ist ein CDN? gemessen haben. Für normale Webprojekte ist Traffic bei beiden Anbietern schlicht kein Thema.
Relevant wird es bei Download-Spiegeln, Video, großen Backups über das öffentliche Netz oder Proxy-Diensten. Dort ist Hetzner mit 20 TB plus 1 € pro weiterem TB berechenbar, während netcup im Extremfall die Bandbreite deckelt, aber nichts nachberechnet.
Netzwerk und Standorte
Beide Anbieter sitzen mit ihren deutschen Standorten in Nürnberg, und das merkt man. Unsere Messungen vom 9. Oktober mit ping und mtr:
| Strecke | Ping (Mittel über 3 × 10 Pakete) |
|---|---|
| Hetzner Nürnberg → www.netcup.de | 0,78–1,07 ms |
| Hetzner Helsinki → www.netcup.de | 26,0–26,3 ms |
| Hetzner Nürnberg → Hetzner Helsinki | 23,8 ms |
Zwischen den Nürnberger Rechenzentren beider Firmen liegt also weniger als eine Millisekunde. Wer Dienste auf beide Anbieter verteilt, zum Beispiel einen Server bei Hetzner und ein Backup-Ziel bei netcup, hat innerhalb Nürnbergs praktisch LAN-Latenz. Das ist für die 3-2-1-Backup-Strategie interessant: Ein zweiter Anbieter ist eine echte zweite Ausfalldomäne, und die Kopie ist trotzdem schnell.
Die Standort-Falle bei netcup
Hier liegt die Überraschung des Vergleichs. Der Preis, der auf der netcup-Übersicht steht, gilt für die Standortoption „Keine Präferenz Europa“. Die Produktseite erklärt: Das „bedeutet, dass dein Server an einem beliebigen europäischen Standort (AT, DE oder NL) gehostet wird“. Wer einen bestimmten Standort will, zahlt drauf:
| Tarif | Aufpreis für festen Standort (Nürnberg, Wien, Amsterdam oder Manassas) | Aufpreis Singapur |
|---|---|---|
| VPS 500 | +1,04 € | +7,66 € |
| VPS 1000 | +1,86 € | +18,90 € |
| VPS 2000 | +3,43 € | – |
| VPS 4000 | +5,78 € | +49,10 € |
Für viele Projekte ist der Standort egal. Wenn du aber aus Datenschutzgründen in Deutschland hosten willst oder musst, oder wenn dein Server nah an einem anderen Server in Nürnberg stehen soll, gehört der Aufpreis in den Vergleich. Der netcup-VPS 500 kostet dann mit 24 Monaten 8,07 € statt 7,03 €. Immer noch weniger als die Hälfte des Hetzner-Preises, aber eben nicht die Zahl von der Übersicht.
Bei Hetzner wählst du den Standort beim Anlegen kostenlos. Unterschiede gibt es dort nur zwischen Regionen: In Singapur ist ein CPX22 rund 36 % teurer als in Nürnberg (26,49 € statt 19,49 € netto).
Bedienung, API und Extras
Bei der Oberfläche unterscheiden sich die beiden Anbieter deutlich, und das ist in der Praxis oft wichtiger als ein paar Euro.
Hetzner Cloud Console ist ein modernes Web-Panel mit Projekten, Teams und Rechteverwaltung. Alles, was du dort klickst, geht auch per REST-API, per offiziellem Kommandozeilen-Tool hcloud und per Terraform. Dazu kommen Load Balancer, private Netzwerke, Firewalls auf Netzwerkebene, Floating IPs, Volumes (Blockspeicher) und automatische Backups. Laut Hetzner-Dokumentation hat jeder Server sieben Backup-Plätze, die Backups laufen täglich und das älteste wird automatisch überschrieben. Snapshots legst du manuell an, standardmäßig bis zu 30 pro Konto.
netcup verteilt die Verwaltung auf zwei Oberflächen: das Customer Control Panel (CCP) für Verträge, Rechnungen und Domains und das Server Control Panel (SCP) für die Server selbst. Das SCP bietet eine Remote-Konsole, das Einbinden eigener ISO-Dateien, Image-Import, Snapshots (Copy-on-Write) und Neuinstallationen aus vorgefertigten Images. Es gibt auch eine SCP-Webservice-Schnittstelle, sie ist aber deutlich weniger verbreitet als die Hetzner-API, und Werkzeuge wie Terraform sind dort nicht offiziell unterstützt. In Erfahrungsberichten (etwa auf LowEndTalk) heißt es, das netcup-Panel sei deutlich hinter dem von Hetzner zurück; das deckt sich mit unserem Eindruck aus Screenshots und Videos.
Ein Detail, das für Bastler interessant ist: Bei netcup kannst du eigene ISO-Dateien einlegen und so praktisch jedes Betriebssystem installieren, auch exotische. Bei Hetzner Cloud wählst du ISOs aus einer vom Anbieter gepflegten Liste; dafür gibt es eine Auswahl offizieller Images, Apps zum Ein-Klick-Installieren und ein Rescue-System auf Knopfdruck.
Zusatzkosten, die man übersieht
| Posten | Hetzner | netcup |
|---|---|---|
| Öffentliche IPv4-Adresse | 0,50 € netto/Monat extra | inklusive (Abzug 0,60 €, wenn du nur IPv6 willst) |
| Einrichtungsgebühr | keine | keine (0,00 € laut Produktseite) |
| Automatische Backups | gegen Aufpreis, 7 Plätze | nicht in der VPS-Übersicht als Standard genannt |
| Zusätzlicher Speicher | Volumes | „Local Block Storage“: 0,012 € netto pro GB, bis 8 TB |
Ein Punkt, der in Foren immer wieder auftaucht: Hetzner prüft neue Kunden streng und verlangt manchmal einen Ausweis oder lehnt Konten ab. In einzelnen Forenberichten schreiben Nutzer, dass es bei netcup in solchen Fällen unkomplizierter lief; belastbare Zahlen dazu gibt es nicht. Wenn du im Ausland wohnst oder keine deutsche Kreditkarte hast, kann das tatsächlich die Entscheidung abnehmen.
Verfügbarkeit: was die Websites am Messtag zeigten
Ein letzter Fund aus dem 9. Oktober, der in keinem Vergleich auftaucht, weil er sich ständig ändert: Auf der Hetzner-Seite für die Cost-Optimized-Linie (CX23, CX33, CX43, CX53 mit Intel/AMD und CAX11, CAX21, CAX31, CAX41 mit Arm-Prozessoren von Ampere) waren alle Tarife als „not available“ markiert. In der Preisdatei, aus der die Website ihre Preise lädt, tauchten sie gar nicht mehr auf.
Das ist wichtig, weil viele ältere Vergleiche Hetzner mit genau diesen Einstiegstarifen bewerten, die um ein Vielfaches günstiger waren als die heutigen CPX-Preise. Wer „Hetzner ist doch auch billig“ liest, sollte prüfen, ob der zitierte Tarif heute überhaupt bestellbar ist. Bei uns waren am Messtag die günstigsten bestellbaren Hetzner-Cloud-Server die CPX-Tarife ab 5,99 € netto (CPX02 mit 1 vCPU und 1 GB RAM).
Auch in unseren eigenen Artikeln ist das ein Problem: Die Tarifnamen sind bei Hetzner geblieben, die Ausstattung dahinter hat sich geändert. Ein CPX22 hat laut der heutigen Tarifseite 2 vCPU und 4 GB RAM. Preisangaben in Blogartikeln (auch unseren) solltest du immer als Momentaufnahme lesen und vor dem Bestellen auf der Anbieterseite gegenprüfen.
Hetzner vs netcup: Für wen sich welcher Anbieter lohnt

Nimm netcup, wenn …
- dein Server einfach dauerhaft laufen soll: Webseite, Nextcloud, Mailserver, Docker-Stack, Home-Assistant-Spiegel, Game-Server für Freunde.
- du pro Euro möglichst viel RAM und CPU willst. In keiner Tarifklasse dieses Vergleichs war Hetzner günstiger.
- du dedizierte Kerne brauchst, aber kein Unternehmensbudget hast. Die Root-Server sind das stärkste Angebot dieses Vergleichs.
- dich ein Webpanel mit älterer Optik nicht stört und du deine Server nicht per API automatisierst.
Nimm Hetzner, wenn …
- du Server automatisiert anlegst und wieder löschst (CI, Testumgebungen, Terraform, Kubernetes-Knoten).
- du eine vertragliche Verfügbarkeitszusage auch für kleine Maschinen brauchst.
- du Load Balancer, private Netzwerke, Firewalls und Volumes aus einer Hand willst.
- du keine Laufzeit eingehen willst und lieber stundengenau zahlst.
- du bereits andere Hetzner-Produkte nutzt (Storage Box, Dedicated Server), weil sich vieles im selben Konto zusammenführen lässt.
Und die ehrlichste Antwort: Viele erfahrene Admins nutzen beide. Den dauerhaften, langweiligen Server bei netcup, die automatisierte und kurzlebige Infrastruktur bei Hetzner, und das Backup jeweils beim anderen Anbieter. Wir selbst sind komplett bei Hetzner, weil unsere Infrastruktur dort gewachsen ist und wir die API nutzen. Wenn wir heute einen einzelnen Server für fünf Jahre bräuchten, würden wir die Zahlen oben sehr ernst nehmen.
Bevor du bestellst, lohnt sich unsere Anleitung Linux-Server einrichten: Die ersten Schritte (Updates, SSH-Schlüssel, Firewall, Fail2ban) sind bei beiden Anbietern identisch.
Englischsprachiger Rundgang durch die Hetzner Cloud Console: Server anlegen, Firewall, Snapshots. Das Video ist von 2025 und enthält eine gesponserte Einblendung; die gezeigten Preise sind nicht mehr aktuell, die Bedienung schon.
Checkliste: Hetzner oder netcup in fünf Fragen
- Wie lange brauchst du den Server? Unter einem Monat oder unklar: Hetzner. Dauerhaft: netcup.
- Automatisierst du per API oder Terraform? Ja: Hetzner. Nein: egal.
- Brauchst du garantierte CPU-Leistung? Ja: netcup Root-Server, bei kleinem Budget fast konkurrenzlos. Hetzner CCX, wenn du API und Cloud-Extras brauchst.
- Muss der Server in Deutschland stehen? Bei netcup den Aufpreis für Nürnberg einrechnen. Bei Hetzner Nürnberg oder Falkenstein wählen, kostenlos.
- Schiebst du dauerhaft mehr als 150 Mbit/s? Dann Hetzners 20-TB-Modell mit netcups Drosselregel vergleichen.
Häufige Fragen zu Hetzner vs netcup
Ist netcup wirklich günstiger als Hetzner?
Ja, am 9. Oktober 2026 in jeder verglichenen Tarifklasse. Für 2 vCPU und 4 GB RAM zahlst du bei netcup 9,50 € im Monat (monatlich kündbar) oder 7,03 € (24 Monate), bei Hetzner 23,79 € inklusive IPv4. Bei dedizierten Kernen ist der Abstand noch größer.
Warum ist Hetzner teurer, wenn die Hardware ähnlich ist?
Weil du bei Hetzner Flexibilität bezahlst: stundengenaue Abrechnung ohne Laufzeit, eine vollständige API, Cloud-Bausteine wie Load Balancer und private Netze, und eine 99,9-%-Verfügbarkeitszusage. netcup verzichtet bei den VPS auf Verfügbarkeitszusage und garantierte CPU-Anteile und lässt sich lange Laufzeiten mit Rabatt bezahlen.
Welcher Anbieter ist besser für Anfänger?
Für den ersten eigenen Server ist Hetzner angenehmer zu bedienen: modernes Panel, viele Anleitungen, Server in Sekunden angelegt und ohne Restkosten wieder gelöscht, wenn etwas schiefgeht. netcup ist günstiger, wenn du schon weißt, dass du den Server länger behältst. Für das Lernen selbst ist der Anbieter zweitrangig. Wichtiger ist eine passende Distribution, siehe Welches Linux für Anfänger?
Kann ich bei netcup monatlich kündigen?
Ja. Die VPS- und Root-Server gibt es mit 1, 12 oder 24 Monaten Mindestvertragslaufzeit. Die monatliche Variante ist beim VPS 500 2,47 € teurer als die 24-Monats-Variante, aber immer noch weniger als halb so teuer wie der vergleichbare Hetzner-Server.
Rechnet Hetzner wirklich stundengenau ab?
Ja. Jeder Cloud-Server hat einen Stundenpreis und einen Monatsdeckel. Löschst du den Server vor Monatsende, zahlst du nur die tatsächlich genutzten Stunden. Wichtig: Ein ausgeschalteter Server kostet weiter, erst ein gelöschter nicht mehr.
Hat netcup ein Traffic-Limit?
Kein Monatslimit, aber eine Drosselregel: Überschreitet der durchschnittliche Netzwerkverkehr der letzten 24 Stunden 2 TB, wird vorübergehend auf 200 Mbit/s gedrosselt. Für Webseiten, Nextcloud oder Mailserver spielt das praktisch nie eine Rolle.
Wie viel Traffic ist bei Hetzner inklusive?
In Deutschland und Finnland 20 TB pro Monat bei den CPX-Tarifen und 20 bis 60 TB bei den CCX-Tarifen. Jedes weitere TB kostet 1 € netto. An den US-Standorten sind nur 1 bis 8 TB inklusive.
Wo stehen die Server von Hetzner und netcup?
Hetzner: Nürnberg, Falkenstein, Helsinki, Ashburn, Hillsboro und Singapur. netcup: Nürnberg, Wien, Amsterdam, Manassas und Singapur. Bei netcup kostet die feste Standortwahl einen Aufpreis; ohne Wahl landet der Server irgendwo in Österreich, Deutschland oder den Niederlanden.
Sind beide Anbieter DSGVO-konform?
Beide sind deutsche Unternehmen mit Rechenzentren in der EU und bieten einen Auftragsverarbeitungsvertrag an. Achte bei netcup darauf, ob „Keine Präferenz Europa“ für dich in Ordnung ist, und bei beiden darauf, keinen Nicht-EU-Standort zu wählen, wenn du das nicht willst. Die Verantwortung für die Konfiguration des Servers liegt in beiden Fällen bei dir.
Kann ich von netcup zu Hetzner umziehen (oder umgekehrt)?
Ja, aber nicht per Knopfdruck. Du legst den neuen Server an, kopierst Daten und Konfiguration (zum Beispiel mit rsync oder einem Backup-Tool wie restic), stellst die DNS-Einträge um und kündigst den alten Server. Wer seine Dienste mit Docker Compose betreibt, hat es dabei am leichtesten.
Was ist besser für Nextcloud, Hetzner oder netcup?
Für eine selbst betriebene Nextcloud mit wenigen Nutzern reicht bei beiden die kleine bis mittlere Klasse. Wie viel Leistung du für wie viele Nutzer brauchst, haben wir im Nextcloud-Hosting-Vergleich gemessen. Wer keinen Server betreuen will, kann bei Hetzner auch die verwaltete Storage-Share nehmen.
Fazit
Hetzner vs netcup ist weniger eine Qualitäts- als eine Philosophiefrage. netcup verkauft viel Hardware für wenig Geld, solange du dich an Laufzeiten und an ein schlichteres Panel gewöhnst. Hetzner verkauft eine Cloud, die du stundenweise mietest und per Code steuerst, und lässt sich das am 9. Oktober 2026 mit dem zwei- bis vierfachen Preis bezahlen.
Für einen einzelnen Server, der jahrelang läuft, ist netcup das wirtschaftlichere Angebot, und zwar mit Abstand. Für alles, was automatisiert, kurzlebig oder Teil einer größeren Cloud-Architektur ist, bleibt Hetzner die bequemere Wahl. Und wer Ausfallsicherheit ernst nimmt, verteilt sich auf beide: Zwischen den Nürnberger Rechenzentren liegt weniger als eine Millisekunde.
Was du auch wählst: Prüfe die Preise am Tag der Bestellung auf der Anbieterseite. Die Zahlen in diesem Artikel sind sauber gemessen, aber eben vom 9. Oktober 2026.