Shopware Shop Kosten 2026: Was ein fertiger Shop wirklich kostet

Shopware Shop Kosten 2026: Was ein fertiger Shop wirklich kostet

Die Shopware Shop Kosten bestehen aus fünf Posten – und der Posten, über den am meisten geschrieben wird, ist in fast jeder Rechnung der kleinste. Wer wissen will, was ein Shopware Shop kostet, bekommt überall Lizenzpreise vorgerechnet. Wir haben stattdessen gemessen, was ein fertiger, laufender Shop tatsächlich pro Monat verschlingt, und dabei einen Posten gefunden, der bei 200.000 € Monatsumsatz das 1,6-Fache der Lizenz ausmacht und in kaum einer Kalkulation auftaucht.

Dieser Artikel rechnet nicht mit Agenturspannen aus zweiter Hand. Die Zahlen hier stammen aus vier eigenen Erhebungen vom 17. August 2026: 720 Erweiterungen aus dem offiziellen Shopware Store mit ihren echten Preisfeldern, die Live-Preisdaten von Hetzner aus der Datei, die deren eigene Website benutzt, die Gebührenseiten von PayPal, Stripe und Mollie im Wortlaut, und die Zahlungsmix-Anteile aus der EHI-Studie „Zahlungssysteme im Einzelhandel 2026”. Wo wir etwas nicht gemessen haben, steht das ausdrücklich dabei.

Wir betreiben selbst Shopware in Produktion – unter anderem Pastaclean – und wissen deshalb, welche Posten erst in Monat sechs sichtbar werden.

Shopware Shop Kosten auf einen Blick

Die kurze Antwort für alle, die nur die Größenordnung brauchen (alle Preise netto, Stand 17.08.2026):

PostenKleiner ShopMittlerer ShopGroßer Shop
Einmaliger Aufbau5.000–15.000 €30.000–60.000 €80.000–200.000 €
Lizenz0 €600 €/Monatab 2.400 €/Monat
Hosting~20 €/Monatin SaaS enthaltenin SaaS enthalten
Plugin-Mieten~99 €/Monat~99 €/Monat~345 €/Monat
Zahlungsgebühren~231 €/Monat~1.040 €/Monat~3.880 €/Monat
Betrieb/Wartung200 €/Monat800 €/Monat2.500 €/Monat
Summe laufend~550 €/Monat~2.539 €/Monat~9.125 €/Monat
Zahlungsgebühren und Plugin-Mieten sind eigene Berechnungen, Methodik weiter unten. Aufbau- und Wartungsspannen sind Erfahrungswerte aus dem Markt, keine Messung – siehe Abschnitt „Was wir nicht gemessen haben”.

Die entscheidende Beobachtung steckt nicht in der Summe, sondern im Verhältnis: Die Lizenz macht selbst im mittleren Szenario nur 23,6 % der laufenden Kosten aus. Im kleinen Szenario ist sie null – und der Shop kostet trotzdem 550 € im Monat.

Die sichtbaren Kosten eines Onlineshops sind nur die oberste Schicht eines tieferen Stapels

Der Posten, den fast alle übersehen: Zahlungsgebühren

Hier liegt die wichtigste Zahl dieses Artikels, und sie steht in keinem Lizenzvergleich: Zahlungsgebühren sind bei jedem wachsenden Shop teurer als die Shopware-Lizenz.

Der Grund ist strukturell. Die Lizenz ist ein Festbetrag, die Zahlungsgebühr ein Prozentsatz vom Umsatz. Beide Kurven kreuzen sich, und zwar früher als die meisten denken.

Um das zu beziffern, reicht es nicht, den Kreditkartensatz eines Anbieters zu nehmen. In Deutschland zahlt kaum jemand mit Kreditkarte. Wir haben deshalb den realen Zahlungsmix angesetzt. Die Umsatzanteile stammen aus der EHI-Studie „Zahlungssysteme im Einzelhandel 2026” (veröffentlicht am 05.05.2026, Panel: 172 Unternehmen mit 50,7 Mrd. € Netto-Online-Umsatz):

VerfahrenUmsatzanteilGebührQuelle der Gebühr
PayPal28,7 %2,99 % + 0,39 €PayPal Gebührenseite DE
Kauf auf Rechnung26,1 %1,42 % (Mittelwert)EHI-Mittelwert
Lastschrift14,4 %0,35 € pauschalMollie SEPA-Lastschrift
Kredit-/Debitkarte13,7 %1,80 % + 0,25 €Mollie, EU-Verbraucherkarten
Apple Pay1,3 %folgt der KarteMollie
Anteile: EHI Retail Institute, „Zahlungssysteme im Einzelhandel 2026”, E-Commerce-Umsatzanteile, abgerufen 17.08.2026. Gebühren: Anbieterseiten, live abgerufen am 17.08.2026. Die verbleibenden 15,8 % Umsatzanteil (Sofortüberweisung, Vorkasse, Nachnahme u. a.) haben wir mit dem gewichteten Mittel der bekannten Verfahren bewertet.

Daraus ergibt sich ein Mischsatz, der von der Warenkorbhöhe abhängt – weil Festgebühren bei kleinen Körben prozentual viel stärker durchschlagen:

Ø WarenkorbEffektive GebührBei 10.000 €/MonatBei 50.000 €/MonatBei 200.000 €/Monat
45 €2,31 %231 €/Monat1.154 €/Monat4.615 €/Monat
80 €2,08 %208 €/Monat1.038 €/Monat4.153 €/Monat
150 €1,94 %194 €/Monat969 €/Monat3.876 €/Monat
Eigene Berechnung: Für jedes Verfahren wurde die Gebühr auf den jeweiligen Warenkorb angewendet (Prozentsatz + Festgebühr), dann mit dem EHI-Umsatzanteil gewichtet.

Jetzt der Vergleich, um den es geht. Ein Shop mit 200.000 € Monatsumsatz und 150 € Warenkorb zahlt:

  • Shopware Evolve Lizenz: 28.800 €/Jahr
  • Zahlungsgebühren: 46.560 €/Jahr

Die Gebühren sind das 1,6-Fache der Lizenz. Im mittleren Szenario (50.000 €/Monat, Rise) ist es das 1,7-Fache. Und im kleinen Szenario mit Community Edition ist die Lizenz null, während trotzdem 2.772 € im Jahr an Zahlungsdienstleister fließen.

Von jeder Zahlung wird ein konstanter Anteil abgezweigt

Der Hebel, den fast niemand zieht

Weil die Gebühr prozentual ist, wirkt jede Verschiebung im Zahlungsmix direkt auf den Gewinn. Ein Prozentpunkt weniger Mischsatz bei 200.000 € Monatsumsatz sind 24.000 € im Jahr – mehr, als die meisten Shops für ihre gesamte Wartung ausgeben.

Zwei konkrete Ansatzpunkte aus den Zahlen oben:

Warenkorbhöhe schlägt auf die Gebühr durch. Von 45 € auf 150 € Warenkorb sinkt der Mischsatz von 2,31 % auf 1,94 %. Das ist kein Verhandlungserfolg, sondern reine Arithmetik: Die Festgebühr von 0,39 € pro PayPal-Transaktion ist bei 45 € Warenkorb 0,87 % des Umsatzes, bei 150 € nur noch 0,26 %. Wer Bundles oder Versandkostenschwellen einführt, senkt seine Zahlungsgebühren als Nebeneffekt.

Der Kartensatz hat eine Falle. Stripe bewirbt in Deutschland 1,5 % + 0,25 € – das gilt aber nur für Standardkarten aus dem EWR. Für Premiumkarten aus dem EWR stehen auf derselben Seite 2,8 % + 0,25 €, für Karten außerhalb des EWR 3,15 % + 0,25 € plus 2 % bei Währungsumrechnung. Firmen- und Gold-Karten sind Premiumkarten. Wer mit dem beworbenen Satz kalkuliert, rechnet mit dem günstigsten Fall seines Kartenmixes und wundert sich später über die Abrechnung. Bei Mollie ist dieselbe Spreizung offen ausgewiesen: 1,80 % für EU-Verbraucherkarten, 2,90 % für kommerzielle EWR-Karten, 3,25 % für Nicht-EWR-Karten.

Was die Lizenz wirklich kostet – und eine verbreitete Falschangabe

Die offiziellen Preise von der Shopware-Preisseite (abgerufen 17.08.2026):

PlanPreisFür wen
Community Edition0 €Open-Source-Kern, MIT-lizenziert
Riseab 600 €/Monatwachsende Shops, unbegrenzte Vertriebskanäle
Evolveab 2.400 €/MonatB2B-Funktionen, erweiterter Support
BeyondindividuellEnterprise

Zwei Dinge sind hier bemerkenswert, und beide widersprechen dem, was in vielen Ratgebern steht.

Erstens: Beyond hat keinen veröffentlichten Preis mehr. Die Zahl „ab 6.500 €/Monat” geistert durch zahlreiche Agenturartikel – auf der Preisseite von Shopware kommt die Zeichenfolge 6.500 inzwischen null Mal vor. Dort steht „Individuell”. Wir haben das ernst genommen und nennen keine Zahl, die wir nicht belegen können. Eine geschätzte Zahl sieht in einer Tabelle identisch aus wie eine gemessene, und genau darin liegt die Gefahr. Wer Beyond kalkulieren muss, muss anfragen. In eigener Sache: In unserem älteren Artikel Was kostet Shopware 6? steht diese 6.500-€-Angabe noch – sie war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung marktüblich und ist inzwischen nicht mehr durch die Herstellerseite gedeckt.

Zweitens: Die verbreitete „1 Mio. € GMV-Grenze” der Community Edition steht nicht in der Lizenz. Diese Behauptung taucht in mehreren gut platzierten Ratgebern auf. Wir haben deshalb die Quelle gelesen, die als einzige zählt – die Lizenzdatei des Shopware-Kerns. Sie ist eine unveränderte MIT-Lizenz: „Permission is hereby granted, free of charge, to any person obtaining a copy of this software […] to deal in the Software without restriction”. Die Wörter revenue, GMV, turnover und million kommen darin kein einziges Mal vor. Auch die Preisseite nennt keine Umsatzgrenze für die Community Edition, sondern bezeichnet sie schlicht als „Open-Source, MIT-lizenzierten Kern”.

Das ist ein wichtiger Unterschied für die Planung: Kommerzielle Pläne sind attraktiv wegen Support, SaaS-Betrieb und Zusatzfunktionen – nicht, weil ab einer Umsatzschwelle eine Lizenzpflicht einträte. Wer das glaubt, budgetiert 7.200 € im Jahr, die er rechtlich nicht schuldet.

Drei Projektgrößen mit klar getrennten Kostensegmenten

Hosting: die kleinste Rechnung im ganzen Projekt

Hosting hat einen Ruf als großer Kostenblock. Die Live-Preise sagen etwas anderes. Wir haben sie nicht von einer Marketingseite abgeschrieben, sondern aus cloud_data.json gelesen – der Datei, aus der die Hetzner-Website ihre eigenen Preise bezieht:

ServerKernePreis/MonatInklusiv-Traffic
CPX12111,49 €0,5 TB
CPX22219,49 €20 TB
CPX32435,49 €20 TB
CPX42869,49 €20 TB
CCX23 (dediziert)485,99 €20 TB
CCX33 (dediziert)8138,49 €30 TB
Quelle: hetzner.com/_resources/app/data/bench/cloud_data.json, Standort Nürnberg (NBG1), EUR, netto, abgerufen 17.08.2026. Dazu kommen 0,50 €/Monat pro IPv4-Adresse.

Ein kleiner bis mittlerer Shopware-Shop läuft auf einem CPX32 für 35,49 €/Monat. Zum Vergleich: Der Plugin-Warenkorb aus dem nächsten Abschnitt kostet fast das Dreifache.

Ein Hinweis zur Sorgfalt bei genau dieser Quelle: In derselben Datei steht ein Feld IP mit dem Wert 0,50. Das ist die monatliche IPv4-Gebühr, kein Serverpreis – es steht aber unmittelbar neben den Serverdaten und lässt sich beim schnellen Auslesen leicht für einen Tarif halten. Eine Zahl aus der richtigen Quelle kann trotzdem die falsche Zahl sein, wenn man ihre Bedeutung nicht prüft.

Wichtig für die Modellwahl: Bei Rise, Evolve und Beyond als SaaS entfällt dieser Posten komplett, weil Shopware den Betrieb übernimmt. Die Frage Cloud oder selbst hosten haben wir separat aufgeschlüsselt – siehe Shopware Cloud.

Plugins: 720 Erweiterungen ausgewertet – und fast alle sind Miete

Hier steckt der Posten, der in Kalkulationen am häufigsten falsch angesetzt wird, weil er intuitiv wie eine Einmalanschaffung wirkt.

Wir haben die Bestsellerliste des offiziellen Shopware Stores über 30 Seiten paginiert und 720 Erweiterungen mit ihren Preisfeldern erfasst. Ausgelesen wurde dabei nicht die angezeigte Preisgrafik, sondern das Datenfeld data-product-information, das Name, Hersteller und Preis maschinenlesbar enthält.

Das erste Ergebnis ist eine Struktur, die man kennen sollte:

Rang-BereichAnteil kostenlos
Top 5064,0 %
Top 10058,0 %
Top 25034,4 %
Alle 72020,4 %

Je weiter man in der Beliebtheitsliste nach unten geht, desto seltener ist eine Erweiterung kostenlos. Das ist ein gutes Zeichen für kleine Shops: Die meistgenutzten Erweiterungen – darunter PayPal, das Security-Plugin, der Migrationsassistent und das Language Pack von Shopware selbst – kosten nichts.

Der entscheidende Punkt ist aber die Abrechnungsform. Wir haben zwölf kostenpflichtige Erweiterungen einzeln auf ihrer Produktseite gegengeprüft, um zu klären, was das Preisfeld überhaupt bedeutet. Ergebnis: In 12 von 12 Fällen ist es ein Monatspreis, nicht ein Kaufpreis. Das „Blog Module” etwa steht mit 39,00 € /Monat da, jährliche Zahlung 359,00 €/Jahr. Ein Plugin für 49 € ist also kein Möbelstück, das man einmal kauft – es sind 588 € im Jahr, dauerhaft.

Erweiterungen werden monatlich gemietet, nicht einmalig gekauft

Ein realistischer Warenkorb für einen kleinen deutschen B2C-Shop, zusammengestellt nach Funktion statt nach Beliebtheit, mit den echten Bestsellerpreisen:

FunktionErweiterungPreis
Consent/DSGVOEU Cookie Policy Pro9,99 €/Monat
SEOSEO Professional39,90 €/Monat
TrackingGoogle Tag Manager + GA49,99 €/Monat
Content/BlogBlog Module39,00 €/Monat
Summe98,88 €/Monat

Das sind 1.186,56 € im Jahr und 3.559,68 € über drei Jahre – für vier Erweiterungen, die in fast jedem Shop stecken. Bei größeren Shops wird es deutlich mehr: Nimmt man alle kostenpflichtigen Erweiterungen aus den Top 50, summiert sich das auf 345,05 €/Monat bzw. 4.140,60 €/Jahr.

Der ehrliche Gegencheck: Für Consent gibt es unter den Top 50 auch kostenlose Alternativen (Rang 25 und 31). Wer bereit ist, funktional Abstriche zu machen und mehr selbst zu konfigurieren, drückt diesen Posten deutlich. Die Miete ist kein Naturgesetz, sondern eine Bequemlichkeitsentscheidung – aber sie muss im Budget stehen.

Der einmalige Aufbau: die größte Zahl, die niemand exakt kennt

Der Aufbau ist in fast jedem Projekt der größte einzelne Betrag – und ausgerechnet hier können wir keine Messung liefern, sondern nur Markterfahrung. Das sagen wir deutlich, statt eine Spanne zu erfinden, die nach Präzision aussieht.

Realistische Größenordnungen für den deutschen Markt:

ProjekttypAufwandTypisches Budget
Standardtheme, wenig Anpassung, Katalog überschaubar4–8 Wochen5.000–15.000 €
Eigenes Design, ERP-Anbindung, Migration3–6 Monate30.000–60.000 €
B2B, komplexe Preislogik, mehrere Systeme6–12 Monate80.000–200.000 €

Was diese Summe treibt, ist selten die Technik. Es sind vier Posten, die in Angeboten gern unter „Sonstiges” verschwinden:

Datenmigration. Produktdaten aus einem Altsystem sind fast nie sauber. Kategorien überschneiden sich, Varianten sind inkonsistent gepflegt, Bilder fehlen bei einem Teil des Sortiments. Der Import selbst dauert Stunden; das Aufräumen dauert Wochen.

Produktdaten und Fotos. Ein Shop mit 500 Artikeln braucht 500 Beschreibungen, Attribute und Bildersets. Wer Fotografie einkauft, zahlt pro Artikel; wer sie selbst macht, zahlt in Arbeitszeit. Dieser Posten steht in keinem Lizenzvergleich und ist bei Erstprojekten regelmäßig der zweitgrößte nach der Entwicklung.

Schnittstellen. ERP, Warenwirtschaft, Versanddienstleister, Buchhaltung. Jede Anbindung ist ein eigenes kleines Projekt mit eigener Fehlersuche – besonders, wenn das Zielsystem älter ist als die Schnittstellenidee.

Rechtstexte und Prozesse. Widerruf, AGB, Datenschutzerklärung, Consent-Konfiguration, Retourenprozess. Günstig im Vergleich zur Entwicklung, aber blockierend: Ohne diese Punkte darf der Shop nicht live gehen.

Ein Shop-Launch besteht aus separat kalkulierten Arbeitspaketen

Der laufende Betrieb: der Posten, der nie aufhört

Ein Shop ist keine Anschaffung, sondern ein Abonnement auf Aufmerksamkeit. Was monatlich anfällt, unabhängig davon, ob jemand daran arbeitet:

Updates. Shopware veröffentlicht regelmäßig Sicherheits- und Funktionsupdates. Bei SaaS übernimmt das der Hersteller. Beim Self-Hosting ist jedes Update ein kleiner Vorgang mit Testphase – besonders, wenn eigene Templates im Spiel sind, weil Template-Anpassungen genau die Stellen berühren, die sich zwischen Versionen ändern.

Backups und Monitoring. Ein Backup, das nie zurückgespielt wurde, ist eine Behauptung. Wer selbst hostet, muss die Wiederherstellung mindestens einmal geübt haben – sonst weiß er im Ernstfall nur, dass Dateien existieren, nicht, dass sie funktionieren.

Sicherheit. Ein Shop ist ein permanentes Ziel, weil dort Zahlungsvorgänge und Kundendaten zusammenkommen. Wie schnell das real wird, haben wir am eigenen Server erlebt und dokumentiert: Fünf Tage gekapert. Wer die typischen Einfallstore kennen will, findet sie in IT-Sicherheitslücken.

Inhaltspflege. Neue Produkte, Aktionen, saisonale Anpassungen. Das ist keine IT-Aufgabe, taucht aber im selben Budget auf.

Wiederkehrende Wartung ist eine dauerhafte Budgetposition

Realistisch sind 200 €/Monat für einen kleinen Shop mit schlankem Betrieb, 800 €/Monat für einen mittleren Shop mit aktiver Pflege und 2.500 €/Monat aufwärts für eine Plattform mit laufender Roadmap. Auch das sind Erfahrungswerte, keine Messung.

Drei Szenarien vollständig durchgerechnet

Jetzt alle Posten zusammen. Die Zahlungsgebühren stammen aus dem Mischsatz oben, die Plugin-Mieten aus den Store-Daten, das Hosting aus den Live-Preisen. Aufbau und Betrieb sind Erfahrungswerte.

Szenario 1: Kleiner Shop, Community Edition, self-hosted

10.000 € Monatsumsatz, 45 € Warenkorb.

PostenMonatlich
Lizenz0 €
Hosting (CPX22 + IPv4)19,99 €
Plugin-Mieten98,88 €
Zahlungsgebühren (2,31 %)231 €
Betrieb200 €
Summe~550 €

Jahr 1 inklusive 12.000 € Aufbau: 18.598 €. Über drei Jahre: 31.795 €.

Bemerkenswert: Die Lizenz ist null, und trotzdem kostet der Shop 6.598 € im Jahr. Der größte laufende Posten ist mit Abstand die Zahlungsgebühr.

Szenario 2: Mittlerer Shop, Rise als SaaS

50.000 € Monatsumsatz, 80 € Warenkorb.

PostenMonatlich
Lizenz (Rise)600 €
Hosting0 € (in SaaS enthalten)
Plugin-Mieten98,88 €
Zahlungsgebühren (2,08 %)1.040 €
Betrieb800 €
Summe~2.539 €

Jahr 1 inklusive 45.000 € Aufbau: 75.467 €. Über drei Jahre: 136.400 €.

Die Lizenz macht 23,6 % der laufenden Kosten aus. Die Zahlungsgebühren sind mit 12.480 €/Jahr das 1,7-Fache der Lizenzkosten von 7.200 €/Jahr.

Szenario 3: Großer Shop, Evolve als SaaS

200.000 € Monatsumsatz, 150 € Warenkorb.

PostenMonatlich
Lizenz (Evolve)2.400 €
Hosting0 € (in SaaS enthalten)
Plugin-Mieten345,05 €
Zahlungsgebühren (1,94 %)3.880 €
Betrieb2.500 €
Summe~9.125 €

Jahr 1 inklusive 120.000 € Aufbau: 229.501 €. Über drei Jahre: 448.502 €.

Auch hier bleibt die Lizenz mit 26,3 % ein Viertel der laufenden Kosten – und die Zahlungsgebühren übertreffen sie um 17.760 € im Jahr.

Was diese Zahlen für die Plattformwahl bedeuten

Wenn die Lizenz nur ein Viertel der laufenden Kosten ausmacht, verliert der beliebteste Vergleichsmaßstab an Bedeutung. Ein Shopsystem, das 200 € im Monat billiger ist, aber pro Bestellung 0,3 Prozentpunkte mehr Zahlungsgebühr kostet, ist bei 200.000 € Monatsumsatz teurer – die Differenz beträgt 600 € im Monat.

Deshalb lohnt sich beim Systemvergleich diese Reihenfolge:

  1. Zahlungsgebühren – prozentual, wächst mit dem Erfolg, größter Hebel
  2. Aufbau und Migration – einmalig, aber die größte Einzelsumme
  3. Betrieb und Wartung – dauerhaft, oft unterschätzt
  4. Plugin-Mieten – dauerhaft, wirkt wie eine Einmalanschaffung
  5. Lizenz – der Posten, über den am meisten diskutiert wird

Wer zwischen Systemen abwägt, findet die Gegenüberstellung in Shopify vs. Shopware und den breiteren Überblick in Bestes Shopsystem. Wer von Magento kommt, findet die Einordnung in Magento-Alternativen. Und wer sich fragt, ob der Shop überhaupt schnell genug ist, um die Zahlungen einzusammeln, kann das mit unserem Core-Web-Vitals-Test prüfen.

Was wir nicht gemessen haben

Damit klar ist, wo die Belege enden und die Erfahrung anfängt:

Gemessen und belegt: Plugin-Preise und Abrechnungsform (720 Erweiterungen, 12 einzeln gegengeprüft), Hosting-Preise (Hetzner-Livedaten), Zahlungsgebühren der Anbieter (PayPal, Stripe, Mollie, im Wortlaut), Zahlungsmix-Anteile (EHI-Studie), Lizenzpreise und Lizenztext (Shopware-Preisseite, MIT-Lizenzdatei).

Nicht gemessen, sondern Erfahrungswert: Aufbaukosten, Wartungskosten, Agenturstundensätze. Wir haben keine Angebote systematisch erhoben. Diese Zahlen sind Größenordnungen für die Budgetplanung, keine Belege – eine geschätzte Zahl sieht in einer Tabelle identisch aus wie eine gemessene, deshalb steht der Unterschied hier ausdrücklich.

Bewusst offen gelassen: Der Preis für Shopware Beyond. Shopware veröffentlicht ihn nicht, also nennen wir ihn nicht.

Bekannte Grenze des Zahlungsmodells: Die EHI-Anteile sind Marktdurchschnitte über alle Branchen. Ein Möbelshop mit hohen Warenkörben und viel Rechnungskauf hat einen anderen Mix als ein Shop für Verbrauchsartikel. Wer genau rechnen will, nimmt seinen eigenen Zahlungsmix aus der Shopware-Bestellübersicht und setzt ihn in dieselbe Formel ein.

Fazit: Was kostet ein Shopware Shop wirklich?

Ein kleiner Shop kostet etwa 550 € im Monat und 5.000–15.000 € Aufbau. Ein mittlerer Shop liegt bei ~2.539 € im Monat plus 30.000–60.000 € Aufbau. Ein großer Shop bei ~9.125 € im Monat plus 80.000–200.000 €.

Die drei Erkenntnisse, die eine Kalkulation verändern:

Zahlungsgebühren schlagen die Lizenz. In allen drei Szenarien sind sie der größte oder zweitgrößte laufende Posten – bei 200.000 € Monatsumsatz mit 46.560 €/Jahr das 1,6-Fache der Evolve-Lizenz. Sie werden trotzdem fast nie in Plattformvergleiche einbezogen, weil sie nicht auf der Preisseite des Shopsystems stehen.

Plugins sind Miete, keine Anschaffung. In 12 von 12 geprüften Fällen ist der Store-Preis ein Monatspreis. Vier gängige Erweiterungen kosten über drei Jahre 3.559,68 €.

Zwei verbreitete Angaben halten der Prüfung nicht stand. Die Community Edition hat laut MIT-Lizenztext keine Umsatzgrenze, und für Beyond gibt es keinen veröffentlichten Preis mehr. Beides wird in Ratgebern anders dargestellt – und beides lässt sich in zwei Minuten an der Primärquelle nachsehen.

Wer die Editionen im Detail vergleichen will, findet das in Was kostet Shopware 6?; die Entscheidung Cloud gegen Self-Hosting steht in Shopware Cloud.

FAQ: Häufige Fragen zu Shopware Shop Kosten

Was kostet ein Shopware Shop im Monat?

Ein kleiner Shop mit Community Edition kostet rund 550 € im Monat (Hosting, Plugin-Mieten, Zahlungsgebühren, Betrieb), ein mittlerer Shop mit Rise etwa 2.539 € und ein großer Shop mit Evolve etwa 9.125 €. Die Lizenz macht dabei höchstens ein Viertel aus; der größte laufende Posten sind bei wachsendem Umsatz die Zahlungsgebühren.

Ist Shopware wirklich kostenlos?

Die Community Edition ist kostenlos und steht unter einer unveränderten MIT-Lizenz ohne Umsatzbeschränkung. Kostenlos ist damit aber nur die Software, nicht der Shop: Hosting, Plugin-Mieten, Zahlungsgebühren und Wartung fallen trotzdem an – in unserem kleinen Szenario 6.598 € im Jahr bei null Euro Lizenzkosten.

Gibt es bei der Community Edition eine Umsatzgrenze von 1 Million Euro?

Nach dem Lizenztext nicht. Die Lizenzdatei des Shopware-Kerns ist eine Standard-MIT-Lizenz, die die Nutzung ausdrücklich „without restriction” erlaubt; Begriffe wie Umsatz, GMV oder Million kommen darin nicht vor. Auch die offizielle Preisseite nennt keine Umsatzgrenze für die Community Edition. Kommerzielle Pläne bringen Support, SaaS-Betrieb und Zusatzfunktionen – aber keine Lizenzpflicht ab einer Umsatzschwelle.

Was kostet Shopware Beyond?

Shopware veröffentlicht für Beyond keinen Preis mehr, auf der Preisseite steht „Individuell”. Die häufig zitierte Zahl von 6.500 €/Monat stammt aus Drittquellen und findet sich auf der Herstellerseite nicht mehr. Wer Beyond kalkulieren muss, muss ein Angebot einholen.

Wie hoch sind die Zahlungsgebühren in einem deutschen Onlineshop?

Nach unserer Berechnung auf Basis des realen deutschen Zahlungsmixes liegen sie bei 1,94 % bis 2,31 % vom Umsatz, abhängig von der Warenkorbhöhe. Bei 45 € Warenkorb sind es 2,31 %, bei 150 € nur noch 1,94 %, weil die Festgebühren pro Transaktion prozentual weniger ins Gewicht fallen.

Sind Shopware-Plugins Einmalkäufe oder Abos?

Ganz überwiegend Abos. Wir haben zwölf kostenpflichtige Bestseller einzeln geprüft: In allen zwölf Fällen ist der angezeigte Preis ein Monatspreis, meist mit einer günstigeren Jahreszahlung. Ein Plugin für 49 € kostet also 588 € im Jahr, dauerhaft.

Wie viele Shopware-Erweiterungen sind kostenlos?

Von den 720 meistverkauften Erweiterungen sind 20,4 % kostenlos. In den Top 50 sind es dagegen 64 % – die beliebtesten Erweiterungen sind überwiegend gratis, darunter PayPal, das Security-Plugin und der Migrationsassistent von Shopware selbst.

Was kostet das Hosting für einen Shopware Shop?

Für einen kleinen bis mittleren Shop reicht ein Server für 19,49 bis 35,49 € im Monat, plus 0,50 € für die IPv4-Adresse. Hosting ist damit der kleinste Posten der Rechnung. Bei den SaaS-Plänen Rise, Evolve und Beyond entfällt er vollständig, weil Shopware den Betrieb übernimmt.

Was kostet die Erstellung eines Shopware Shops einmalig?

Realistisch sind 5.000–15.000 € für ein Standardprojekt mit wenig Anpassung, 30.000–60.000 € für ein Projekt mit eigenem Design und ERP-Anbindung sowie 80.000–200.000 € für komplexe B2B-Plattformen. Diese Spannen sind Markterfahrung, keine eigene Erhebung – die größten Treiber sind Datenmigration, Produktdaten und Fotos sowie Schnittstellen.

Wie kann ich die laufenden Kosten meines Shops senken?

Der größte Hebel sind die Zahlungsgebühren, weil sie prozentual mit dem Umsatz wachsen: Ein Prozentpunkt weniger bedeutet bei 200.000 € Monatsumsatz 24.000 € im Jahr. Ein höherer durchschnittlicher Warenkorb senkt den effektiven Satz automatisch. Der zweite Hebel sind Plugin-Mieten – für viele Funktionen, etwa Consent-Management, gibt es kostenlose Alternativen unter den Top 50.