Wer eine WordPress Website erstellen lassen will, steht in den ersten fünf Minuten Recherche vor einer Preisspanne von 300 bis 30.000 Euro – für scheinbar dasselbe Produkt. Das ist kein Zufall und keine Abzocke, sondern das Ergebnis davon, dass “Website” ungefähr so präzise ist wie “Fahrzeug”. Ein Lastenrad und ein Sattelzug transportieren beide Waren.
Dieser Artikel räumt damit auf. Wir haben auf beiden Seiten des Tisches gesessen: als Auftraggeber, die eine Website erstellen ließen, und als diejenigen, die WordPress-Projekte umsetzen, übernehmen und regelmäßig aus dem Feuer holen. Am Ende weißt du, was eine WordPress-Website in deiner Situation realistisch kostet, woran du einen seriösen Anbieter erkennst, welche Vertragsklauseln dich später Geld kosten – und in welchen Fällen die ehrliche Antwort lautet: mach es selbst.
Was “WordPress Website erstellen lassen” tatsächlich bedeutet
Der Begriff verdeckt, dass mindestens fünf sehr unterschiedliche Leistungen dahinterstecken können. Wenn du ein Angebot vergleichst, vergleichst du fast nie dasselbe Paket.
1. Technische Einrichtung. WordPress installieren, Hosting aufsetzen, Domain verbinden, SSL aktivieren, E-Mail-Versand konfigurieren. Das ist die Basis und dauert bei jemandem mit Routine unter zwei Stunden. Es ist auch der Teil, den viele Angebote als “wir erstellen Ihre Website” verkaufen.
2. Theme-Auswahl und Konfiguration. Ein fertiges Theme kaufen oder ein kostenloses nehmen, Farben und Schriften anpassen, Demo-Inhalte importieren, die eigenen Texte einsetzen. Hier entstehen die meisten Websites im unteren Preissegment.
3. Individuelles Design. Jemand entwirft ein Layout für dich – Wireframes, Screendesign, responsive Varianten – und setzt es dann in WordPress um, meist mit einem Page Builder oder einem eigenen Block-Theme. Das ist ein anderer Aufwand und eine andere Preisklasse.
4. Funktionale Entwicklung. Buchungssystem, Mitgliederbereich, Schnittstelle zum Warenwirtschaftssystem, mehrsprachige Struktur, individuelle Inhaltstypen. Hier wird programmiert, nicht konfiguriert.
5. Inhalt. Texte schreiben, Bilder besorgen oder produzieren, Struktur und Navigation planen. Der am häufigsten unterschätzte Posten – und der häufigste Grund, warum Projekte monatelang stillstehen.
Ein Angebot über 900 Euro und eins über 12.000 Euro können beide fair sein. Sie enthalten nur nicht dasselbe. Die einzige sinnvolle Frage lautet deshalb nicht “was kostet eine Website”, sondern “welche dieser fünf Blöcke brauche ich, und wer macht sie”.

Warum überhaupt WordPress?
WordPress betreibt seit Jahren einen großen Teil des Webs, und die Gründe dafür sind unromantisch, aber solide.
Du besitzt die Installation. WordPress ist Open Source. Die Dateien und die Datenbank gehören dir, du kannst sie jederzeit auf einen anderen Server ziehen. Bei einem Baukastensystem wie Wix oder Squarespace kannst du das nicht – du mietest dort einen Platz, kein Haus.
Der Markt ist riesig. Wenn dein Dienstleister ausfällt, den Beruf wechselt oder unerreichbar wird, findest du problemlos jemanden, der WordPress kann. Bei einem exotischen CMS oder einer selbstgebauten Lösung ist das eine echte Klemme. Diesen Punkt unterschätzen Auftraggeber regelmäßig, und er ist in der Praxis oft mehr wert als jedes technische Argument.
Erweiterbarkeit ohne Neubau. Newsletter, Terminbuchung, Shop, Mehrsprachigkeit – für fast alles existiert eine etablierte Lösung. Du musst nicht das ganze Projekt neu aufsetzen, wenn nach einem Jahr eine Anforderung dazukommt.
Die Kehrseite gehört genauso zur Wahrheit: WordPress braucht Pflege. Updates, Backups, Sicherheitshygiene. Eine WordPress-Website ist kein Möbelstück, das man aufstellt und vergisst. Sie ist eher ein Auto – funktioniert lange gut, aber nicht ohne Inspektion. Wer das nicht einplant, hat in zwei Jahren eine gehackte Seite und keine Ahnung, wie es dazu kam. Wie schnell so etwas geht, haben wir selbst erlebt und in unserem Bericht über einen fünf Tage lang gekaperten Server offen dokumentiert.
Wann WordPress die falsche Wahl ist: Eine reine Visitenkarte mit drei Absätzen und einer Telefonnummer braucht kein CMS. Eine hochfrequentierte Web-Anwendung mit komplexer Logik ist in einem Framework besser aufgehoben – wir haben dazu unter anderem über Next.js und dynamische Routen geschrieben. Und ein ernsthafter Online-Shop verdient eine eigene, ehrliche Systemabwägung; unseren Vergleich der Optionen findest du im Artikel zum besten Shopsystem.
Agentur, Freelancer oder Baukasten: der ehrliche Vergleich
| Kriterium | Agentur | Freelancer | Baukasten / selbst |
|---|---|---|---|
| Typischer Preis | 5.000 – 25.000 € | 1.500 – 8.000 € | 0 – 500 € + Zeit |
| Stundensatz | 90 – 160 € | 55 – 110 € | – |
| Dauer | 6 – 16 Wochen | 3 – 8 Wochen | 1 – 4 Wochenenden |
| Ausfallsicherheit | hoch (Team) | Einzelperson | du selbst |
| Strategie & Konzept | meist enthalten | je nach Person | keine |
| Deine Zeitinvestition | mittel | mittel bis hoch | sehr hoch |
| Individualität | hoch | mittel bis hoch | begrenzt |
| Laufende Betreuung | vertraglich | oft informell | selbst |
Die Agentur
Du kaufst dort nicht in erster Linie Arbeitsstunden, sondern Prozess und Verlässlichkeit. Eine gute Agentur bringt Konzeption, Design, Umsetzung, Textredaktion und Projektsteuerung unter ein Dach. Es gibt eine Ansprechperson, definierte Abnahmen, und wenn jemand krank wird, steht das Projekt nicht still.
Das lohnt sich, wenn dein Projekt an Umsatz hängt, wenn mehrere Abteilungen mitreden, wenn Corporate Design und Rechtssicherheit ein Thema sind. Es lohnt sich nicht für eine fünfseitige Seite eines Einzelunternehmers – da zahlst du Overhead für Strukturen, die dein Projekt gar nicht braucht.
Achte auf einen Punkt: Manche Agenturen bearbeiten kleine Projekte nur als Auffüllarbeit zwischen den großen. Frage direkt, wer konkret an deinem Projekt arbeitet und wie viele Projekte diese Person parallel betreut. Die Antwort sagt mehr über die zu erwartende Qualität als jedes Portfolio.
Der Freelancer
Hier bekommst du oft das beste Verhältnis aus Preis und Ergebnis – wenn du die richtige Person findest. Du sprichst direkt mit der Person, die baut. Keine Übersetzungsverluste über drei Ebenen, kürzere Wege, niedrigere Sätze.
Die Risiken sind ebenso real. Ein Einzelner kann krank werden, einen Großkunden bekommen, den Beruf wechseln. Und die Qualitätsspanne ist enorm: Zwischen jemandem, der seit acht Jahren WordPress-Systeme baut, und jemandem, der ein gekauftes Theme mit Demo-Inhalten überschreibt, liegen Welten – bei ähnlicher Selbstdarstellung.
Absichern kannst du das mit drei Dingen: Referenzen anschauen und dort tatsächlich anrufen; das Projekt in bezahlte Etappen teilen; und von Anfang an vertraglich festhalten, dass du alle Zugangsdaten und Dateien bekommst.
Der Baukasten oder Selbermachen
Für eine ordentliche kleine Website mit einem vorgefertigten Theme, guten Texten und sauberem Hosting brauchst du kein Budget – du brauchst zwei bis vier konzentrierte Wochenenden. Für viele Vereine, Freiberufler und Nebenprojekte ist genau das die vernünftige Wahl.
Rechne aber ehrlich. Zwanzig Stunden deiner Zeit sind nicht kostenlos, sondern zwanzig Stunden, in denen du deinem eigentlichen Geschäft nicht nachgehst. Wenn deine Stunde einen realen Wert hat, kippt die Rechnung schnell.
Und der ehrliche Nachsatz zum Selbermachen mit WordPress: Der schwierige Teil ist nicht der Aufbau. Es ist der Betrieb danach.
Was kostet es, eine WordPress Website erstellen zu lassen?
Hier die Zahlen, die wir aus eigenen Projekten und aus dem, was Kunden uns an Fremdangeboten vorlegen, als realistisch ansehen. Alle Preise netto, deutscher Markt.
Die kleine Präsenz: 800 – 2.500 €
Fünf bis acht Seiten, gekauftes oder kostenloses Theme, angepasste Farben und Schriften, Kontaktformular, rechtliche Pflichtseiten, Basis-SEO. Texte lieferst du. Umsetzung durch einen Freelancer, Dauer zwei bis vier Wochen.
Das ist die richtige Klasse für Handwerksbetriebe, Praxen, Kanzleien und Einzelunternehmer, die vor allem gefunden werden und seriös aussehen wollen.
Die Unternehmenswebsite: 3.000 – 9.000 €
Zehn bis dreißig Seiten, individuelles Design auf Basis eines flexiblen Themes oder eines Page Builders, durchdachte Struktur, Blog, Karriereseite, teils redaktionelle Unterstützung, saubere technische SEO-Grundlage, Performance-Optimierung, Schulung deines Teams.
Hier arbeitet entweder ein erfahrener Freelancer über mehrere Wochen oder eine kleine Agentur. Für die meisten mittelständischen Unternehmen ist das die realistische Kategorie.
Das individuelle Projekt: 10.000 – 30.000 €+
Eigenes Design von Grund auf, individuelles Theme, spezielle Funktionen, Mehrsprachigkeit, Anbindung an CRM oder Warenwirtschaft, Migration großer Bestandsinhalte, Redaktionsworkflows für mehrere Nutzerrollen, Barrierefreiheit auf nachweisbarem Niveau.
Wenn deine Website ein Vertriebskanal ist und nicht eine Broschüre, ist das keine Verschwendung, sondern Investition mit messbarer Rendite.

Die Kosten, die nach dem Launch weiterlaufen
Der Posten, den fast jedes Angebot elegant übergeht. Plane pro Jahr:
- Domain: 10 – 25 €
- Hosting: 60 € (Shared) bis 600 € (guter Managed-WordPress-Tarif oder eigener Server)
- Premium-Plugins und Theme-Lizenzen: 0 – 500 €
- Wartung (Updates, Backups, Monitoring, Sicherheit): 300 – 1.800 €
- Inhaltliche Pflege: je nach Anspruch
Realistisch landest du zwischen 400 und 2.500 Euro jährlich. Wer das nicht einplant, spart es sich zwei Jahre lang – und zahlt es dann in einer Summe für die Wiederherstellung nach einem Sicherheitsvorfall.
Wo Vorsicht angebracht ist
Das 299-Euro-Komplettangebot. Rechne selbst: Bei einem fairen Stundensatz sind das drei bis vier Stunden. In der Zeit kann niemand eine durchdachte Website bauen. Entweder du bekommst ein Demo-Theme mit ausgetauschtem Logo, oder das Geschäftsmodell liegt woanders – meist in einem mehrjährigen Vertrag mit monatlichen Gebühren.
Die Mietwebsite. “Keine Anschaffungskosten, nur 79 Euro im Monat, 48 Monate Laufzeit.” Das sind 3.792 Euro für eine Website, die dir am Ende nicht gehört. Manche dieser Verträge verlängern sich automatisch und die Domain läuft auf den Anbieter. Wenn du kündigst, ist alles weg. Wenn ein Angebot so strukturiert ist, lies den Vertrag doppelt.
Der Pauschalpreis ohne Leistungsbeschreibung. Ein Angebot, das nur “Erstellung Website: 4.500 €” enthält, ist keine Grundlage. Du weißt nicht, wie viele Seiten, wie viele Korrekturschleifen, wer die Texte schreibt. Genau daraus entstehen die Konflikte im dritten Monat.
Der Ablauf: wie ein Projekt tatsächlich läuft
Phase 1 – Zieldefinition (dein Teil). Bevor du anfragst: Wofür ist die Website da? Anrufe generieren, Bewerbungen bekommen, Vertrauen aufbauen, verkaufen? Eine Website ohne definiertes Ziel wird “schön” und bringt nichts.
Phase 2 – Anfrage und Angebot (1–2 Wochen). Du beschreibst dein Vorhaben, bekommst Rückfragen und ein Angebot. Ein gutes Angebot listet Leistungen, Seitenanzahl, Korrekturschleifen, Zeitplan und explizit das, was nicht enthalten ist.
Phase 3 – Konzept und Struktur (1–2 Wochen). Sitemap, Navigation, grober Aufbau der wichtigsten Seitentypen. Hier wird über Inhalte gesprochen, nicht über Farben. Anbieter, die diese Phase überspringen, bauen ins Blaue.
Phase 4 – Design (2–4 Wochen). Entwurf für Startseite und zwei bis drei Unterseitentypen, mobile Varianten, Abstimmung. Zwei Korrekturschleifen sind üblich; alles darüber sollte im Angebot geregelt sein.
Phase 5 – Umsetzung (2–5 Wochen). WordPress aufsetzen, Theme bauen oder anpassen, Inhalte einpflegen, Formulare, rechtliche Seiten, Performance, mobile Darstellung.
Phase 6 – Test und Launch (1 Woche). Prüfen auf verschiedenen Geräten und Browsern, Formulare testen, Ladezeiten messen, Weiterleitungen von alten URLs setzen, Suchmaschinen-Tools verbinden, live gehen.
Phase 7 – Übergabe und Schulung. Zugangsdaten, kurze Einweisung, Dokumentation. Dieser Schritt wird am häufigsten schlampig gemacht und rächt sich am längsten.
Gesamtdauer: realistisch sechs bis zwölf Wochen. Wer vier Wochen verspricht, hat entweder ein sehr kleines Projekt oder kennt seine eigene Auslastung nicht. Und die häufigste Verzögerung liegt nicht beim Dienstleister – sie liegt bei den Texten des Kunden.

Das Briefing: der Hebel mit der größten Wirkung
Es gibt keinen billigeren Weg zu einem besseren Ergebnis als ein ordentliches Briefing. Zwei Stunden Vorbereitung sparen dir vierstellige Beträge an Nachbesserungen. Beantworte diese Fragen schriftlich, bevor du anfragst:
Zum Unternehmen: Was machst du genau? Wer sind deine Kunden? Was unterscheidet dich von den drei nächstgelegenen Wettbewerbern? Welche Fragen stellen dir Kunden immer wieder?
Zum Ziel: Was soll ein Besucher tun? Anrufen, Formular ausfüllen, Termin buchen, kaufen, sich bewerben? Woran misst du in sechs Monaten, ob die Website funktioniert hat?
Zum Umfang: Wie viele Seiten ungefähr? Brauchst du einen Blog? Mehrsprachig? Terminbuchung? Kundenbereich? Shop?
Zum Inhalt: Wer schreibt die Texte? Wer liefert Bilder? Hast du professionelle Fotos oder brauchst du ein Shooting? (Ein Fotoshooting kostet 500 bis 2.000 Euro und ist oft die sichtbarste Einzelinvestition am ganzen Projekt.)
Zur Optik: Drei Websites, die dir gefallen, plus jeweils ein Satz warum. Zwei, die dir nicht gefallen, plus warum. Das ist präziser als jede Adjektivsammlung. “Modern und seriös” heißt für jeden etwas anderes.
Zum Rahmen: Dein Budget – nenne es. Der verbreitete Reflex, das Budget zu verschweigen, um bessere Preise zu bekommen, funktioniert nicht. Er führt nur zu Angeboten, die an deiner Realität vorbeigehen, und zu drei verlorenen Wochen. Nenne eine Spanne, dann bekommst du einen passenden Vorschlag statt eines Ratespiels.
Vertrag und Übergabe: hier entstehen die teuren Fehler
Der häufigste, teuerste und vermeidbarste Fehler bei einer erstellen gelassenen Website ist fehlende Kontrolle über die eigenen Zugänge.
Lass diese sechs Punkte schriftlich festhalten:
- Die Domain läuft auf dich. Nicht auf den Dienstleister, nicht auf die Agentur. Du bist Inhaber im Register. Alles andere ist ein Machthebel gegen dich.
- Du bekommst alle Zugangsdaten zur Übergabe: Hosting, WordPress-Administrator, Datenbank, FTP/SSH, Domainverwaltung, verwendete Plugin-Lizenzen.
- Nutzungsrechte am Design liegen bei dir, uneingeschränkt und zeitlich unbefristet, inklusive des Rechts, es durch Dritte weiterentwickeln zu lassen.
- Lizenzen laufen auf deinen Namen, wo möglich. Premium-Plugins auf dem Agenturkonto bedeuten: keine Updates mehr nach Vertragsende.
- Anzahl der Korrekturschleifen und was danach kostet.
- Was nach dem Launch gilt: Wer macht Updates? Was kostet eine Änderung? Wie schnell wird bei einem Ausfall reagiert?
Zahlungsmodell. Üblich und fair ist eine Dreiteilung: ein Drittel bei Auftrag, ein Drittel bei Design-Freigabe, ein Drittel bei Abnahme. Wer 100 Prozent Vorkasse verlangt, ist entweder unerfahren oder hat schlechte Erfahrungen – in beiden Fällen ist es dein Risiko.
Die Kündigungsprobe. Stell dem Anbieter vor Vertragsschluss eine einzige Frage: “Angenommen, ich möchte in einem Jahr zu jemand anderem wechseln – was genau bekomme ich von Ihnen, und was kostet das?” Die Antwort trennt saubere Dienstleister von Vertragsfallen zuverlässiger als jedes Portfolio. Wer diese Frage als Misstrauen auffasst statt sie klar zu beantworten, hat dir gerade die wichtigste Information gegeben.

Woran du einen guten Anbieter erkennst
Gute Zeichen:
- Er stellt viele Fragen zu deinem Geschäft, bevor er über Technik spricht.
- Er zeigt Referenzen mit erreichbaren Live-Links, nicht nur hübsche Mockups.
- Er sagt aktiv, was du nicht brauchst. Wer alles verkauft, verkauft.
- Er spricht über Inhalte und darüber, wer sie liefert.
- Das Angebot ist gegliedert und benennt Ausschlüsse.
- Er erwähnt von sich aus Wartung, Backups und Datenschutz.
Warnzeichen:
- Garantierte Platz-eins-Rankings. Niemand kann das seriös versprechen.
- Angebot ohne einziges Gespräch, direkt nach dem Kontaktformular.
- Portfolio ausschließlich aus Theme-Demos.
- Ausweichende Antworten zu Domain-Eigentum und Zugängen.
- Sehr lange Mindestlaufzeiten bei geringem Einstiegspreis.
- Kein Wort über den Betrieb nach dem Launch.
Ein praktischer Test: Bitte um zwei Referenzkunden und ruf dort tatsächlich an. Frage nicht “war es gut”, sondern: “Wie lief die Kommunikation, als etwas nicht nach Plan lief?” Diese eine Frage bringt mehr Erkenntnis als das komplette Portfolio.
Bilder und Inhalte: Frage konkret, woher Bilder kommen. Kostenlose Stockfotos sind in Ordnung, wenn sie bewusst gewählt sind. Aber die Lizenzen müssen dokumentiert sein. Abmahnungen wegen fehlender Bildnachweise sind kein theoretisches Risiko, und am Ende haftest du als Seitenbetreiber – nicht der Dienstleister, der das Bild eingefügt hat.
Der Betrieb danach: was WordPress dauerhaft braucht
Eine WordPress-Website ist nach dem Launch nicht fertig, sondern in Betrieb. Das ist keine Panikmache, sondern die Realität eines Systems, das so weit verbreitet ist, dass automatisierte Angriffe permanent laufen.
Updates. WordPress-Kern, Theme und Plugins. Sicherheitsupdates zeitnah, funktionale Updates nach kurzem Test. Ein Plugin, das seit zwei Jahren kein Update bekommen hat, ist kein stabiles Plugin – es ist ein verlassenes.
Backups. Automatisiert, täglich, und – das ist der Punkt, an dem die meisten scheitern – außerhalb desselben Servers gespeichert. Ein Backup, das neben der Website liegt, ist bei einem kompromittierten Server genauso weg wie das Original. Und ein Backup, das nie testweise zurückgespielt wurde, ist eine Vermutung, keine Sicherung.
Zugriffsschutz. Starke Passwörter, Zwei-Faktor-Authentifizierung für Administratorkonten, Begrenzung von Loginversuchen, kein Benutzer mit dem Namen “admin”. Das sind zwanzig Minuten Arbeit, die den größten Teil der automatisierten Angriffe abfangen.
Monitoring. Du solltest von einem Ausfall nicht durch einen Kunden erfahren. Ein einfacher Uptime-Check kostet nichts und meldet sich, bevor es peinlich wird.
Was das kostet: Selbst gemacht etwa eine Stunde pro Monat. Als Wartungsvertrag typischerweise 30 bis 150 Euro monatlich. Prüfe dabei, was tatsächlich enthalten ist – manche “Wartungsverträge” bestehen aus einem automatischen Update-Plugin und einer monatlichen Rechnung.
Zwei Prinzipien aus unserer eigenen Praxis, die für jede Website gelten: Dienste, die nicht öffentlich erreichbar sein müssen, gehören auf 127.0.0.1 statt auf 0.0.0.0 – wir haben selbst schon eine Meldung des BSI wegen einer versehentlich offenen Datenbank bekommen. Und jede Eingabe, aus der der Server eine Anfrage baut, muss geprüft werden, sonst hast du ein SSRF-Problem. Wer eure Website betreut, sollte solche Sätze nicht zum ersten Mal hören.

Häufige Fragen
Was kostet es, eine WordPress Website erstellen zu lassen?
Realistisch 800 bis 2.500 Euro für eine kleine Präsenz mit angepasstem Theme, 3.000 bis 9.000 Euro für eine ausgearbeitete Unternehmenswebsite und ab 10.000 Euro für individuelle Projekte mit eigener Funktionalität. Dazu kommen laufend 400 bis 2.500 Euro pro Jahr für Hosting, Domain, Lizenzen und Wartung. Angebote deutlich unter 500 Euro sind fast immer entweder ein Theme mit getauschtem Logo oder ein langlaufender Mietvertrag.
Agentur oder Freelancer – was ist besser?
Es hängt von Projektgröße und Risikotoleranz ab. Freelancer bieten bei kleinen bis mittleren Projekten das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis und kürzere Wege. Agenturen sind sinnvoll, wenn mehrere Gewerke koordiniert werden müssen, mehrere Personen bei dir mitentscheiden oder Ausfallsicherheit vertraglich abgesichert sein soll. Für eine Website unter 5.000 Euro ist ein guter Freelancer meist die vernünftigere Wahl.
Wie lange dauert es, eine WordPress Website erstellen zu lassen?
Sechs bis zwölf Wochen für ein normales Unternehmensprojekt. Eine kleine Seite mit fertigen Texten kann in zwei bis drei Wochen stehen. Die häufigste Verzögerung ist nicht die Technik, sondern fehlende Inhalte: Solange die Texte nicht da sind, kann niemand die Seite fertigstellen. Wer die Texte vor Projektstart bereit hat, verkürzt die Laufzeit spürbar.
Kann ich meine WordPress-Website später selbst bearbeiten?
Ja – wenn es sauber gebaut wurde. Genau das solltest du vorab klären: Lass dir vor Auftragsvergabe zeigen, wie das Bearbeiten einer Seite später konkret aussieht. Manche Umsetzungen sind so verschachtelt, dass eine simple Textänderung technisches Wissen erfordert. Und bestehe auf einer Einweisung bei der Übergabe – eine halbe Stunde Schulung erspart dir jahrelang bezahlte Kleinstaufträge für Änderungen, die du selbst machen könntest.
Was passiert, wenn ich mit dem Ergebnis unzufrieden bin?
Das hängt vollständig davon ab, was ihr vorher vereinbart habt – deshalb sind Korrekturschleifen und Abnahmekriterien im Angebot so wichtig. Praktisch schützt du dich am besten durch Etappen: Zahle in Teilbeträgen, gekoppelt an Zwischenergebnisse. Wenn nach der Designphase klar ist, dass es nicht passt, hast du ein Drittel investiert statt alles. Und lass dir schon während der Umsetzung Zwischenstände zeigen, nicht erst am Ende.
Brauche ich wirklich WordPress, oder reicht ein Baukasten?
Wenn du eine einfache Präsenz brauchst, sie selbst pflegen willst und keine besonderen Anforderungen hast, kann ein Baukasten die pragmatischere Wahl sein – weniger Wartung, weniger Sicherheitsverantwortung. WordPress lohnt sich, sobald Unabhängigkeit vom Anbieter, Erweiterbarkeit, ernsthafte SEO-Arbeit oder ein Blog mit vielen Beiträgen eine Rolle spielen. Der entscheidende Unterschied bleibt: Eine WordPress-Installation kannst du mitnehmen, einen Baukasten-Account nicht.
Wer schreibt die Texte für meine Website?
Standardmäßig du. Textarbeit ist in den meisten Angeboten nicht enthalten und wird separat berechnet – üblich sind 150 bis 500 Euro pro Seite bei professioneller Erstellung. Das ist der Posten, an dem am häufigsten gespart wird und der die Wirkung am stärksten bestimmt. Eine mittelmäßig gestaltete Seite mit klaren, ehrlichen Texten schlägt eine preisgekrönte Gestaltung mit Floskeln. Wenn dein Budget begrenzt ist, investiere lieber in Texte als in Animationen.
Was ist mit SEO – ist das enthalten?
Technische Grundlagen sollten enthalten sein: saubere Struktur, Titel und Beschreibungen, schnelle Ladezeiten, mobile Darstellung, XML-Sitemap, korrekte Weiterleitungen bei einem Relaunch. Inhaltliche Suchmaschinenoptimierung – Keyword-Recherche, laufend neue Inhalte, Linkaufbau – ist eine eigene, fortlaufende Disziplin und nicht Teil einer Website-Erstellung. Welches Plugin dabei hilft, haben wir im Vergleich der WordPress SEO Plugins ausführlich behandelt.
Fazit: die Entscheidung in drei Sätzen
Lass es machen, wenn deine Website Geld verdienen soll, wenn du deine Zeit besser in dein Kerngeschäft steckst oder wenn du für ein professionelles Ergebnis die nötige Routine nicht hast. Der richtige Rahmen für die meisten Unternehmen liegt bei 3.000 bis 9.000 Euro plus laufender Betreuung.
Mach es selbst, wenn das Budget knapp ist, die Anforderungen überschaubar sind und du bereit bist, zwei bis vier Wochenenden zu investieren – und dich anschließend um Updates und Backups zu kümmern.
Und in beiden Fällen gilt: Die Domain gehört dir, du hast alle Zugänge, und du weißt, wer sich nach dem Launch um die Website kümmert. Wenn diese drei Punkte geklärt sind, kann kaum noch etwas richtig schiefgehen. Wenn sie es nicht sind, hilft dir auch das schönste Design nicht.
Der teuerste Fehler beim Erstellen-Lassen ist nie der zu hohe Preis. Es ist die Website, die nach zwei Jahren niemand mehr anfassen kann, weil die Zugänge fehlen, die Lizenzen auf einen fremden Namen laufen und der Dienstleister nicht mehr antwortet. Dagegen schützt kein Budget – nur eine klare Vereinbarung am Anfang.