Was kostet Shopware 6? Die ehrliche Antwort lautet: zwischen null Euro und mehreren hunderttausend Euro pro Jahr – und die Lizenz ist dabei fast immer der kleinste Posten. Wer nur auf den Preis der Editionen schaut, plant an 75 bis 85 Prozent der echten Kosten vorbei. Genau das macht die Frage so tückisch, und genau deshalb bekommst du hier keinen Marketing-Prospekt, sondern eine nüchterne Aufschlüsselung inklusive der Posten, über die niemand gern spricht.
Wir betreiben selbst Shopware-Shops in Produktion – unter anderem Pastaclean – und sind offizieller Shopware-Partner. Dieser Artikel ist der Deep Dive, den wir uns gewünscht hätten, bevor wir das erste Mal ein Angebot kalkuliert haben: Was zahlst du an Shopware, was ans Hosting, was an die Agentur, was für Plugins, und welche Kosten tauchen erst in Monat sechs auf, wenn es zu spät ist umzuplanen.
Die kurze Antwort: Was kostet Shopware 6 wirklich?
Bevor wir ins Detail gehen, die Zahlen, mit denen du kalkulieren solltest (Stand Q2/2026, alle Preise netto):
- Lizenz: 0 € (Community) bis 6.500 €/Monat (Beyond), darüber individuell.
- Hosting (nur Self-hosted): 20 € bis 500 €+ pro Monat, je nach Traffic.
- Einmalige Umsetzung durch Agentur: 5.000 € (kleiner Shop) bis 250.000 €+ (Enterprise).
- Plugins/Erweiterungen: 0 € bis 300 €+ pro Monat plus Einmalkäufe.
- Laufende Wartung & Pflege: 500 € bis 2.000 €+ pro Monat.
Die Total Cost of Ownership (TCO) über drei Jahre liegt für einen typischen mittelständischen B2C-Shop realistisch zwischen 80.000 € und 200.000 €. Die Lizenzkosten machen davon nur 15 bis 25 Prozent aus. Merk dir diese eine Zahl, dann verstehst du Shopware-Kalkulationen besser als die meisten Angebots-Empfänger.

Shopware 6 Editionen 2026: Community, Rise, Evolve, Beyond
Shopware hat sein Preismodell 2024/2025 umgestellt und die alten Namen (Professional, Enterprise) durch vier neue Editionen ersetzt: Community, Rise, Evolve und Beyond. Der wichtigste technische Fakt vorweg, den fast alle übersehen: Unter der Haube läuft auf einem kostenlosen Community-Shop derselbe Open-Source-Quellcode wie auf einem Beyond-System für 78.000 € im Jahr. Shopware liefert die Unterschiede über zusätzliche Erweiterungen, Support und GMV-Limits – nicht über getrennte Codebasen. Der komplette Core steht MIT-lizenziert auf GitHub.
| Edition | Preis/Monat | Jahreskosten | GMV inklusive | Zielgruppe | Support-SLA |
|---|---|---|---|---|---|
| Community | kostenlos | 0 € | bis 1 Mio. € | Starter, MVPs, Entwickler | Community-Forum |
| Rise | ab 600 € | ab 7.200 € | bis 2 Mio. € | B2C, D2C | 8 h (Werktags) |
| Evolve | ab 2.400 € | ab 28.800 € | bis 5 Mio. € | B2B, Großhandel | 4 h (Werktags) |
| Beyond | ab 6.500 € | ab 78.000 € | bis 15 Mio. € | Enterprise, Konzerne | 1 h (24/7) |
GMV = Gross Merchandise Volume, also der jährliche Bruttoumsatz über den Shop. Über der jeweiligen Grenze greift die Fair-Usage-Policy, und du musst in die nächste Edition wechseln.
Community Edition: der kostenlose Einstieg
Die Community Edition ist echt kostenlos – kein Trial, keine versteckte Lizenzgebühr. Du bekommst den kompletten Storefront, Bestellverwaltung, das CMS “Shopping Experiences”, den Rule Builder und die gesamte Plugin-Infrastruktur. Nichts in der Lizenz hindert dich daran, damit einen siebenstelligen Umsatz zu fahren, solange du unter 1 Mio. € GMV bleibst. Viele Shops tun genau das.
Was fehlt: offizieller Support (nur Forum), Flow Builder in der Pro-Version, der AI Copilot und die B2B Components. Und – wichtig – die Community Edition ist nicht cloud-gehostet. Du brauchst eigenes Hosting und technisches Know-how für Installation, Updates und Betrieb. Für MVPs, Testprojekte und Entwickler, die Kontrolle wollen, ist sie perfekt. Für einen Händler ohne Technik-Ressourcen ist “kostenlos” schnell teurer als eine bezahlte Edition, weil die Agentur- und Hosting-Kosten die gesparte Lizenz auffressen.
Ehrlicher Praxistipp: Wenn absehbar ist, dass du über 1 Mio. € GMV wächst, starte nicht aus Prinzip mit Community, nur um zu sparen. Die Migration auf Rise ist technisch simpel (gleicher Code), aber die Umstellung auf das SaaS-Hosting erfordert Plugin-Kompatibilitätsprüfungen, die schnell einen Tag Agenturarbeit kosten.
Rise: professioneller B2C ab 600 €/Monat
Rise ist der Nachfolger der früheren Professional Edition und für die meisten B2C-Händler die richtige Wahl. Für 600 €/Monat bekommst du unbegrenzte Verkaufskanäle, Flow Builder Professional, Rule Builder, den AI Copilot in der Basis-Version, 3D-Produktpräsentationen, Social Shopping und Support mit 8 Stunden Reaktionszeit an Werktagen. Wichtig: In allen drei kommerziellen Editionen ist Cloud-Hosting als SaaS-Option enthalten – du sparst also die separaten Hosting-Kosten, sofern du mit den SaaS-Einschränkungen bei Plugins leben kannst.
Das GMV-Limit liegt bei 2 Mio. €/Jahr. Für rund 90 Prozent aller reinen B2C-Shops ist Rise ausreichend, weil viele fehlende Features sich über Plugins aus dem Shopware Store nachrüsten lassen und der Sprung zu Evolve gleich das Vierfache kostet. Randnotiz aus dem Shopware Forum: Bestandskunden berichten von Sonderkonditionen beim Upgrade – ein Händler nennt 179 €/Monat. Kein Regelfall, aber es zeigt: Verhandeln ist möglich.
Evolve: B2B-Funktionen ab 2.400 €/Monat
Evolve schaltet frei, was B2B-Händler wirklich brauchen: die B2B Components (Firmen-Accounts, Budgetverwaltung, Genehmigungsprozesse, Angebotsverwaltung), Advanced/Enterprise Search, Dynamic Access und den AI Copilot in der erweiterten Version. Support reagiert innerhalb von 4 Stunden, das GMV-Limit liegt bei 5 Mio. €/Jahr.
Für reine B2C-Shops ist Evolve Overkill. Für B2B ist es faktisch die Minimalanforderung, sobald du Einkaufsprozesse mit mehreren Ansprechpartnern, kundenspezifischen Konditionen und wiederkehrenden Bestellungen abbilden willst. Außendienstmitarbeiter können sich für Kunden einloggen und Bestellungen aufgeben; die Enterprise Search reduziert bei Katalogen mit über 5.000 Produkten die Suchzeit spürbar. Das Vierfache von Rise klingt viel – rechnet sich aber, wenn die B2B-Suite manuelle Bestellprozesse ersetzt, die sonst Personal binden.
Beyond: Enterprise ab 6.500 €/Monat
Beyond richtet sich an Konzerne und stark wachsende Unternehmen mit E-Commerce als Kern-Umsatzkanal. Inklusive sind Multi-Inventory (mehrere Lagerstandorte), Digital Sales Rooms, Subscriptions, kundenspezifische Preise, ein dedizierter Customer Success Manager und 24/7-Support mit 1 Stunde Reaktionszeit. Das GMV-Limit liegt bei 15 Mio. €, darüber verhandelt Shopware individuell.
Der Unterschied zu Evolve liegt weniger in der Feature-Liste als im Service-Level. Bei einem Shop, bei dem jede Stunde Downtime direkt Umsatz kostet, ist die 1-Stunden-SLA kein Luxus, sondern Risikomanagement. Multi-Inventory wird für Händler mit Filialen und Zentrallager zum Muss. Für den Mittelstand ist Beyond in der Regel überdimensioniert – hier zahlst du primär für Service und Ausfallsicherheit.
Shopware Intelligence & KI: der neue Kostenpunkt 2026
Seit 2026 bewirbt Shopware seine Plattform stark über “Agentic Commerce” und KI-Funktionen unter dem Namen Shopware Intelligence (Copilot, Data Insights, Image Editor, 3D Preview Generator, CAD-zu-3D). In den kommerziellen Editionen ist eine Basis-Nutzung enthalten. Für den vollen, unbegrenzten Zugriff gibt es ein separates Add-on:
- Shopware Intelligence+ für die Community Edition: 29 €/Monat
- Shopware Intelligence+ für Rise, Evolve und Beyond: 19 €/Monat
Das klingt nach Kleingeld, gehört aber in eine ehrliche Kalkulation – gerade weil KI-Features gern als “kostenlos inklusive” wahrgenommen werden, während die uneingeschränkte Nutzung eben doch extra kostet. Shopware hatte für die neuen KI-Dienste eine kostenlose Einführungsphase bis zum 1. September 2026 geplant; danach greift die reguläre Preisgestaltung.
Cloud vs. Self-hosted: die Entscheidung, die alles verändert
Die vielleicht wichtigste Kostenentscheidung ist nicht die Edition, sondern Cloud (SaaS) vs. Self-hosted. Sie bestimmt, wer für Server, Updates, Security und Skalierung zahlt.

Shopware Cloud (SaaS): In Rise, Evolve und Beyond ist das Hosting als SaaS-Option enthalten. Shopware kümmert sich um Server, Updates, Sicherheit und Skalierung. Der Preis ist planbar, der Betriebsaufwand minimal. Der Haken: Die Cloud unterstützt aktuell nur App-System-kompatible Erweiterungen. Wer auf klassische Plugins angewiesen ist, die tief ins System eingreifen, kann sie in der SaaS-Variante nicht einfach installieren. Prüfe also vor der Entscheidung, ob deine Wunsch-Plugins cloud-kompatibel sind.
Self-hosted: Du (oder deine Agentur) betreibst Shopware auf eigenem Server oder bei einem spezialisierten Hoster. Volle Kontrolle, jedes Plugin erlaubt, jede individuelle Anpassung möglich – aber du trägst Kosten und Verantwortung für Server, Updates, Backups, Security und Performance. Für die kostenlose Community Edition gibt es ohnehin nur diesen Weg. Für Rise/Evolve/Beyond kannst du dich bewusst gegen die SaaS-Option und für Self-hosting entscheiden, wenn du spezielle Plugins oder maximale Kontrolle brauchst.
Faustregel aus der Praxis: SaaS spart Betriebsaufwand und Nerven, kostet dafür Flexibilität. Self-hosted gibt dir alle Freiheiten, verlangt dafür entweder eigenes Know-how oder eine Agentur, die den Betrieb übernimmt.
Hosting-Kosten für Shopware 6 (Self-hosted)
Wenn du selbst hostest, ist Shopware kein Leichtgewicht. Es braucht PHP, MySQL/MariaDB, gern Elasticsearch/OpenSearch für die Suche und ausreichend RAM. Grobe Orientierung:
| Shop-Größe | Setup | Kosten/Monat |
|---|---|---|
| Klein (< 1.000 Bestellungen/Monat) | Managed vServer / Shared-Shopware-Hosting | 20 – 60 € |
| Mittel (1.000 – 10.000 Bestellungen) | Dedizierter/Managed Server, Redis, Search | 80 – 250 € |
| Groß (> 10.000 Bestellungen, Peaks) | Cloud-Cluster, Load Balancing, CDN | 300 – 1.500 €+ |
Wichtig: Billig-Shared-Hosting für 5 € ist für Shopware in der Praxis Gift – die Ladezeiten leiden, und langsame Shops verlieren Umsatz und Google-Rankings. Rechne bei einem ernsthaften Self-hosted-Shop mit mindestens 50 bis 100 € im Monat für vernünftige Performance. Ein spezialisierter Shopware-Hoster (mit vorkonfiguriertem Stack, Deploy-Tools und Support) ist die 20 bis 30 € Aufpreis fast immer wert.
Agentur- und Entwicklungskosten: der größte Posten
Hier verschwindet das meiste Geld – und hier ist die Spanne am größten. Was kostet die eigentliche Umsetzung?
- Template/Standard-Shop mit leichten Anpassungen: 5.000 – 15.000 € einmalig. Standard-Theme, Basis-Konfiguration, Zahlungsarten, ein paar individuelle Blöcke.
- Individueller B2C-Shop mit eigenem Design & Integrationen: 15.000 – 60.000 €. Custom-Theme, ERP-/Warenwirtschafts-Anbindung, individuelle Funktionen.
- B2B-Shop mit komplexen Prozessen: 40.000 – 120.000 €. B2B-Suite-Konfiguration, kundenspezifische Preise, Schnittstellen, Migration.
- Enterprise-Projekt: 100.000 – 250.000 €+. Headless-Frontend, mehrere Systeme, internationale Struktur, dediziertes Team.
Für ein reines B2B-Mittelstands-Projekt liegen die Kosten des ersten Jahres (Lizenz + Umsetzung + Hosting + Betrieb) realistisch zwischen 70.000 € und 115.000 €. Wer die Community Edition wählt, spart die Lizenz – aber eben oft nur, um sie in Custom-Entwicklung wieder auszugeben: Eine B2B-Portal-Funktion selbst zu bauen kostet schnell 8.000 bis 20.000 €, was die 600 €/Monat für Rise plötzlich günstig aussehen lässt.
Wenn du intern entwickelst statt eine Agentur zu beauftragen, tauschst du Rechnung gegen Gehalt. Ein Shopware-Entwickler kostet als Angestellter grob 55.000 bis 80.000 € brutto im Jahr, als Freelancer 80 bis 130 € die Stunde. “Selbst machen” ist nicht kostenlos, es ist nur anders verbucht.
Plugin-Kosten: einmalig, monatlich, oder beides
Der Shopware Store hat tausende Erweiterungen. Die Preismodelle sind gemischt: viele Plugins kosten einen Einmalpreis plus jährliche Update-/Support-Gebühr (meist ~30 Prozent des Kaufpreises pro Jahr), einige laufen als Monatsabo.
Typische Kandidaten, die fast jeder Shop braucht:
- Zahlungsarten (PayPal, Klarna, Stripe, Mollie): oft kostenlos als Plugin, aber Transaktionsgebühren pro Verkauf (dazu gleich mehr).
- Marketing/SEO-Erweiterungen: 50 – 300 € einmalig oder 10 – 30 €/Monat.
- Rechtssicherheit (AGB, Cookie-Consent, Trusted Shops): 5 – 40 €/Monat.
- ERP-/Buchhaltungs-Schnittstellen: 200 – 1.500 € einmalig oder Abo.
- Suche, Filter, Performance-Tools: stark variabel.
Realistische Bandbreite: 0 € (wer alles selbst baut oder mit kostenlosen Plugins auskommt) bis 300 €+ pro Monat. Für einen durchschnittlichen Shop landest du oft bei 50 bis 150 € monatlich, wenn du Update-Gebühren auf den Monat umlegst.

Die versteckten Kosten, über die niemand redet
Das sind die Posten, die in Monat sechs auftauchen und Budgets sprengen – aus eigener Erfahrung:
Zahlungsgebühren. PayPal, Klarna & Co. nehmen pro Transaktion typischerweise 1,5 bis 3,5 Prozent plus eine feste Gebühr. Bei 500.000 € Umsatz im Jahr sind das 7.500 bis 17.500 € – jedes Jahr, direkt von der Marge. Das übersteigt die Lizenzkosten der Rise-Edition locker.
Wartung & Updates. Shopware veröffentlicht regelmäßig Sicherheits- und Feature-Updates. Wer sie nicht einspielt, riskiert Sicherheitslücken (wir haben aus erster Hand gelernt, wie teuer ein gekaperter Server wird). Rechne mit 500 bis 2.000 € im Monat für laufende Pflege, Monitoring und kleinere Anpassungen – entweder als Agentur-Retainer oder als interne Zeit.
Migration & Datenimport. Ein Umzug von einem Altsystem (Shopware 5, WooCommerce, Magento) kostet je nach Datenmenge und Komplexität 3.000 bis 30.000 €. Produktdaten, Kunden, Bestellhistorie und URLs sauber zu übertragen ist Handarbeit.
Performance-Optimierung. Ein Shop, der bei Traffic-Peaks einbricht, kostet Umsatz. Caching, CDN, Datenbank-Tuning und Elasticsearch sind schnell ein vier- bis fünfstelliges Projekt.
GMV-Grenzen & Zwangs-Upgrades. Die Fair-Usage-Policy ist kein Papiertiger. Wächst dein Umsatz über die Grenze deiner Edition, musst du hoch – vom 600-€-Rise-Tarif zum 2.400-€-Evolve-Tarif ist es ein Vierfaches, ausgelöst allein durch Erfolg. Plane das in dein Wachstumsmodell ein.
Schulung & Personal. Jemand muss den Shop bedienen: Produkte pflegen, Bestellungen managen, Content erstellen. Das ist Arbeitszeit, die in keinem Lizenzvergleich auftaucht.
TCO-Beispielrechnungen: 3 realistische Szenarien
Genug Theorie. Hier drei durchgerechnete Beispiele über drei Jahre (netto, gerundet, Praxis-Erfahrungswerte).

Szenario 1: Kleiner B2C-Shop (Startup / Community Edition)
Ein Gründer mit begrenztem Budget, unter 500.000 € Umsatz, Self-hosted auf Community Edition.
| Posten | Jahr 1 | Jahr 2 | Jahr 3 |
|---|---|---|---|
| Lizenz | 0 € | 0 € | 0 € |
| Umsetzung (Template + Setup) | 9.000 € | – | – |
| Hosting | 720 € | 720 € | 720 € |
| Plugins | 800 € | 400 € | 400 € |
| Wartung/Updates | 3.600 € | 4.800 € | 4.800 € |
| Summe | 14.120 € | 5.920 € | 5.920 € |
3-Jahres-TCO: ~25.960 €. Die Lizenz ist gratis – aber Umsetzung, Betrieb und Pflege summieren sich trotzdem auf fast 26.000 €.
Szenario 2: Mittelständischer B2C-Shop (Rise, SaaS)
Etablierter Händler, ~1,5 Mio. € Umsatz, Rise-Edition mit SaaS-Hosting inklusive.
| Posten | Jahr 1 | Jahr 2 | Jahr 3 |
|---|---|---|---|
| Lizenz (Rise, 600 €/Mon.) | 7.200 € | 7.200 € | 7.200 € |
| Umsetzung (Custom-Theme + Integrationen) | 35.000 € | – | – |
| Hosting | inkl. (SaaS) | inkl. | inkl. |
| Plugins & Intelligence+ | 1.800 € | 1.400 € | 1.400 € |
| Wartung/Weiterentwicklung | 12.000 € | 14.400 € | 14.400 € |
| Zahlungsgebühren (~2,3 %) | 34.500 € | 36.000 € | 37.500 € |
| Summe | 90.500 € | 59.000 € | 60.500 € |
3-Jahres-TCO: ~210.000 €. Auffällig: Die Zahlungsgebühren übersteigen die Lizenzkosten um ein Vielfaches. Wer nur auf die 600 €/Monat schaut, sieht 4 Prozent des echten Budgets.
Szenario 3: B2B-Mittelstand (Evolve, SaaS)
Großhändler mit ~4 Mio. € Umsatz, komplexe B2B-Prozesse, Evolve-Edition.
| Posten | Jahr 1 | Jahr 2 | Jahr 3 |
|---|---|---|---|
| Lizenz (Evolve, 2.400 €/Mon.) | 28.800 € | 28.800 € | 28.800 € |
| Umsetzung (B2B-Setup + ERP-Anbindung) | 75.000 € | – | – |
| Plugins & Intelligence+ | 2.400 € | 1.800 € | 1.800 € |
| Wartung/Weiterentwicklung | 24.000 € | 30.000 € | 30.000 € |
| Zahlungsgebühren (B2B oft niedriger, ~1,2 %) | 48.000 € | 50.400 € | 52.800 € |
| Summe | 178.200 € | 111.000 € | 113.400 € |
3-Jahres-TCO: ~402.600 €. Hier ist selbst die 28.800-€-Lizenz nur rund 21 Prozent der Gesamtkosten – exakt die Größenordnung, die die Faustregel vorhersagt.
Shopware 6 vs. die Alternativen: kurz eingeordnet
Damit die Zahlen einen Rahmen bekommen: Shopify startet günstiger im Einstieg (ab ~30 €/Monat), nimmt aber ohne eigenen Payment-Provider zusätzliche Transaktionsgebühren und ist bei tiefen Individualisierungen schnell limitiert. WooCommerce ist als WordPress-Plugin quasi kostenlos, verlagert die Kosten aber komplett auf Hosting, Plugins und Entwicklung – und skaliert bei großen Katalogen schlechter. Magento/Adobe Commerce spielt eher in der Beyond-Liga mit sechsstelligen Enterprise-Kosten.
Shopwares Stärke ist der offene Core (kein Vendor-Lock-in wie bei Shopify), die starke B2B-Fähigkeit ab Evolve und die “Made in Germany”-Nähe zu deutschem Recht und Support. Der Preis dafür: Es ist kein Baukasten, den du an einem Nachmittag alleine aufsetzt. Shopware lohnt sich, wenn du individuelle Anforderungen, B2B-Prozesse oder ein wachsendes Sortiment hast – nicht für den schnellen Ein-Produkt-Shop.
Fazit: Was kostet Shopware 6 – und was solltest du budgetieren?
Was kostet Shopware 6? Die Lizenz kostet zwischen 0 € und 78.000 € im Jahr – aber die Lizenz ist die falsche Zahl, auf die man starrt. Die ehrliche Antwort ist die TCO: Plane für einen ernsthaften Shop mit 25.000 € bis über 200.000 € auf drei Jahre, abhängig von Größe, B2B-Komplexität und davon, wie viel du selbst machst.
Unsere Empfehlung aus der Praxis: Wähle die Edition nach GMV und benötigten Features, nicht nach dem niedrigsten Preisschild. Die kostenlose Community Edition ist großartig für den Start und für Entwickler – aber “kostenlos” heißt nur, dass die Kosten woanders stehen. Kalkuliere Hosting, Agentur, Plugins, Zahlungsgebühren und Wartung von Anfang an mit, dann erlebst du in Monat sechs keine böse Überraschung. Und rechne die Zahlungsgebühren früh durch – bei den meisten Shops sind sie größer als die Lizenz.
FAQ: Häufige Fragen zu Shopware-6-Kosten
Ist Shopware 6 wirklich kostenlos? Ja, die Community Edition ist Open Source (MIT-Lizenz) und kostenlos herunterladbar. Kostenlos ist aber nur die Software – Hosting, Entwicklung, Plugins und Wartung zahlst du trotzdem. In der Praxis liegt selbst ein “kostenloser” Shop über drei Jahre bei mehreren tausend bis zehntausend Euro.
Was kostet Shopware 6 pro Monat? Die Lizenz kostet 0 € (Community), ab 600 € (Rise), ab 2.400 € (Evolve) oder ab 6.500 € (Beyond) pro Monat, jeweils netto. Dazu kommen je nach Setup Hosting (20–500 €), Plugins (0–300 €) und Wartung (500–2.000 €) monatlich.
Welche Shopware-Edition brauche ich? Community für MVPs und unter 1 Mio. € Umsatz, Rise für professionelle B2C-Shops bis 2 Mio. €, Evolve für B2B mit komplexen Prozessen bis 5 Mio. €, Beyond für Enterprise bis 15 Mio. €. Entscheidend sind dein jährlicher GMV und ob du B2B-Funktionen brauchst.
Was ist der Unterschied zwischen Shopware Cloud und Self-hosted? In der Cloud (SaaS, in Rise/Evolve/Beyond enthalten) übernimmt Shopware Server, Updates und Sicherheit; du bist auf app-kompatible Erweiterungen beschränkt. Self-hosted gibt dir volle Kontrolle und jedes Plugin, aber du trägst Hosting, Updates und Security selbst. Die Community Edition ist immer self-hosted.
Warum kostet die Agentur mehr als die Lizenz? Weil die Lizenz nur die Software ist. Design, individuelle Funktionen, Schnittstellen (ERP, Zahlung, Versand), Migration und Betrieb sind das eigentliche Projekt. Die Lizenz macht in typischen Kalkulationen nur 15–25 Prozent der Gesamtkosten aus.
Was sind die versteckten Kosten bei Shopware 6? Vor allem Zahlungs-Transaktionsgebühren (1,5–3,5 % pro Verkauf), laufende Wartung/Updates, Migration von Altsystemen, Performance-Optimierung, Zwangs-Upgrades beim Überschreiten der GMV-Grenze und Personal-/Schulungsaufwand. Diese Posten machen oft 50–70 % der Gesamtkosten aus.
Lohnt sich Shopware 6 gegenüber Shopify oder WooCommerce? Shopware lohnt sich bei individuellen Anforderungen, B2B-Prozessen und wachsenden Sortimenten – dank offenem Core ohne Vendor-Lock-in und starker deutscher Rechts-/Support-Nähe. Für einen simplen Ein-Produkt-Shop mit minimalem Budget sind Shopify oder WooCommerce oft der schnellere, günstigere Einstieg.